#FashionTech Berlin – Von der Zukunft lernen

Die #FashionTech steht ganz im Zeichen der Digitalen Revolution. Ein Thema, das die Modewelt umtreibt und während der letzten Ausgabe der Konferenz 4.200 Teilnehmer anzog. Sie besuchten Keynotes, Masterclasses und eine Ausstellung mit Innovationen zum Anfassen. Nun hat man diesen April Michael Stracke zum Chief Business Development Officer berufen. Der gebürtige Kanadier hat zuletzt als Head of Business Development bei beecom AG in Zürich das Worldwebforum, eine der führenden Business-Konferenzen in Europa für digitale Transformation & Leadership, neu positioniert. Fashionnetwork fragt ihn nach seinen Visionen für die #FashionTech.

Teil III der dreiteiligen Interview-Reihe (Teil I: Anita Tillmann und Teil II:Maren Wiebus und Niki Lampadius) mit der Premium Gruppe. 


Michael Stracke, Chief Business Development Officer, #FashionTech - Premium-Group

Michael Stracke, Sie sind neuer Leiter der #FashionTech-Konferenz. Wie hatten Sie das Format bisher wahrgenommen?
Michael Stracke: Ich habe vergangenes Jahr zum ersten Mal die #FashionTech besucht und war sofort vom Format überzeugt. Meiner Recherche nach gibt es in Europa nichts Vergleichbares, auch in Bezug auf die Qualität der Sprecher. Wir hatten bisher C-Level-Executives von Facebook, Instagram, Google, Amazon und Matchesfashion sowie Pioniere aus der Mode wie Zalando, Adidas, Liganova und MCM, um nur einige zu nennen. Das ist ein guter Mix aus Fashion-, Retail- und Tech-Unternehmen. Das macht das Format sehr spannend. Als Teilnehmer kann man sich innerhalb von zwei Tagen auf den neuesten Stand der Technologien in der Mode bringen, gleichzeitig zukünftige Partner treffen und – was sicherlich besonders wichtig ist – man kommt mit offenem Geist und maximaler Motivation wieder aus der Konferenz raus. Meines Erachtens können wir nur so etwas bewegen und die Branche durch die digitale Transformation begleiten.
 
Und was wird sich durch Sie verändern?
Ich sehe große weitere Potenziale. Als Plattform, auf der sich wichtige Entscheider treffen, möchten wir alle Einflüsse – sei es aus Asien, Europa oder aus Silicon Valley – aufnehmen und übersetzen. Wir wollen dem hochrangigen Publikum noch mehr disruptive Beispiele geben, als auch Best Cases vorstellen. Thematisch werden wir uns weiter auf die digitale Transformation innerhalb der Unternehmen konzentrieren. Im Endeffekt gehen wir mit der Konferenz nach demselben Prinzip vor, wie wir es auch auf der Bühne predigen: Man muss Experimente wagen und dadurch anderen voraus sein. Für die Zukunft können wir uns vorstellen, die #FashionTech noch weiter zu internationalisieren und in andere Länder zu transportieren.
 
Breit oder spitz, wie wird die #FashionTech zukünftig ausgerichtet sein?
Ich sehe nicht, dass wir uns da entscheiden müssen. Wir sprechen gleichermaßen die Entscheider als auch das breite Publikum der Modeindustrie an. Dies ist dank der Aufteilung der Konferenz in die Bereiche Listen, Learn und Experience möglich. Unter Listen finden zahlreiche Keynotes statt, die sich jeder anhören kann. Im Bereich Learn bieten wir weiterhin Masterclasses an, die in die Tiefe gehen und im Ausstellungs-Bereich Experience soll man die Innovationen ausprobieren können. Mit diesem Format werden wir den Veränderungen in unserer Branche gerecht, die sich immer weiter öffnet und interdisziplinär arbeitet. Die unterschiedlichen Disziplinen sollten voneinander lernen, denn die Problemstellungen sind ja oft ähnlich.
 
Ist #FashionTech also eine Matchmaking-Plattform? Von wem bekommen Sie Rückmeldungen zum Format und wie fallen diese aus?
Das sind sowohl Modeunternehmen, Händler als auch Profis in der Kommunikation. Das Feedback ist aus allen Bereichen gleichermaßen positiv. Alle haben einen großen Bedarf an Informationen zum Thema digitale Transformation. Es gibt nicht so viele Orte, an denen diese Informationen dermaßen aufbereitet zur Verfügung gestellt werden. Sie treffen bei uns auf die Vorreiter-Unternehmen in diesem Bereich. Man denke nur an Amazon Go, wo analoges Shoppen schon vollkommen auf digitalen Transaktionen beruht. E-Commerce mit WeChat ist auch ein super Beispiel. Wir wollen die Angst vor solchen Entwicklungen nehmen und der Branche die Tools an die Hand geben, um die Digitalisierung ebenso erfolgreich zu meistern.
 
Das Feld ist also unglaublich breit. Wie finden Sie die richtige Klammer?
Die liefert uns die Expertise der Premium-Gruppe, die sehr nah an der Branche ist, und aktuelle Lifestyle-Trends analysiert sowie unsere Partner, wie etwa die Messe Frankfurt, die mit ihren Leitmessen für technische Textilien und Sustainability ein sehr wichtiger Partner sind. Ich bringe mit meinen Erfahrungen nun den allgemeinen Tech-Bereich ein. Das ist meines Erachtens eine sehr vielversprechende Mischung. Und schon die ersten Meetings waren sehr inspirierend.
 
Wird der Bereich der Smart Textiles wichtig bleiben?
Ganz sicher. Es ist extrem wichtig, Dinge auszuprobieren und was zum Anfassen zu haben. Smart Textiles zeigen, was heute schon alles möglich ist. Daher wird dieser Bereich neben The Future of Retail, Digital Marketing, Big Data und die neue Kultur, die durch diese Innovationen entsteht, ein wichtiger inhaltlicher Bestandteil des Formats bleiben. Damit bedienen wir auch verschiedene Arten, sich dem Thema zu nähern. Es gibt Teilnehmer, die wollen einfach nur zuhören. Manche möchten gezielt networken, andere lieber ausprobieren. Es gibt Teilnehmer aus dem New Business die den Austausch suchen und tradierte Unternehmen, die einfach sehen möchten, wie die Zukunft aussieht.
 
#FashionTech hat vergangene Saison erstmals mit Messe Frankfurt kooperiert. Wie gestaltet sich diese Zusammenarbeit?
Der Austausch mit Messe Frankfurt war schon immer partnerschaftlich und wir freuen uns, dass wir diesen engen Kontakt in der vergangenen Saison ausbauen konnten. Die #FashionTech wurde durch die Konferenz FashionSustain der Messe Frankfurt, thematisch optimal ergänzt. Die Messe Frankfurt hat eine unschlagbar hohe Expertise im Techtextil- und Sustainability-Bereich und wir haben die Fashion-Kompetenz. Wir können einfach nur voneinander profitieren. Ich bin nicht sicher, ob es überhaupt schon einmal zwei Messen gab, die inhaltlich und formal so eng zusammengekommen sind, wie die Messe Frankfurt und die Premium Gruppe. Wir halten dies für ein wichtiges Signal nach außen. Wir zeigen, dass der Standort Berlin in der Lage ist, auch hier eine neue Kultur des Miteinanders zu schaffen.

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