​Susanne Tebartz (Amazon Fashion) : "Wir sind nicht nur für die großen Marken da""

Am 8. März hat Amazon in Paris sein neues Gesicht vorgestellt: Die Schauspielerin und Modeschöpferin Liya Kebede, die im Mittelpunkt einer großangelegten europäischen Kampagne stehen wird. Das war für Susanne Tebartz, die von München aus die Bekleidung für Amazon Europa steuert, die Gelegenheit, mit Fashion Network zu sprechen - über die Entwicklung von Amazon Fashion und die Ambitionen im Modegeschäft.


Susanne Tebartz, Chefin Europa Amazon Fashion - Amazon Fashion

Fashion Network: In der Vergangenheit haben es viele Marken abgelehnt, mit Amazon zusammen zu  arbeiten, weil die Qualität nicht stimmte. Wie haben sich die Beziehungen zu den Modefirmen entwickelt?
 
Susanne Tebartz: Wir verkaufen tausende Modemarken, die uns schätzen für unsere Reichweite. Um Ihnen eine Zahl zu nennen: Allein 2016 haben wir mit 350 neuen Marken einen Vertrag gemacht. Diese Zahl sagt eine Menge aus. Heute sind wir in der Lage, diese Bekleidung zu zeigen, ohne dass die Marken ihre DNS verraten müssen. Wir können ihnen enorm viele Vorteile bieten: Einer ist, dass wir ihnen sagen können, welcher Kunde mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit welche Marke kaufen wird. Welche Klientel die Marke auch immer erreichen will, wir können ihr helfen.

 FNW: Kommen die Marken auf Sie zu oder anders herum?
 
ST: Beides. Ich denke, das Wichtigste war, dass wir unser eigenes Angebot aufgebaut haben, was beinhaltete, dass wir unser eigenes Fotostudio eröffneten. Auch bieten wir den Marken eine große Bandbreite an Lieferbedingungen, was ihnen sehr entgegen kommt. Außerdem haben wir die Präsentation der Kleidung in einem Video eingeführt. Kurzum, wir arbeiten ständig an der Verbesserung unseres Angebots.
 
FNW: Amazon plant derzeit eine eigene Modelinie. Wie wird das das Angebot ändern?

ST: Ich werde Sie enttäuschen, aber derzeit kann ich nichts darüber sagen. Außer, dass wir mit Marken zusammenarbeiten, die exklusiv für uns herstellen. Dieser Prozess läuft gerade..

FNW: Haben junge Marken ihren Platz bei Ihnen?

ST: Wir sind nicht nur da, um die goßen Marken zu präsentieren. Unsere Boutique, im vorigen September eröffnet, zeigt das. Wir sind in der Lage, die Leute zu den Boutiquen zu leiten, die sie mögen. Für junge Marken ist das eine gute Möglichkeit, mit ihren Kunden in Kontakt zu treten. Sie können aber auch „Fulfillment by Amazon“ nutzen (das den Marken erlaubt, ihren Lagerbestand an Amazon zu übergeben, um nicht in eine teure Infrastruktur investieren zu müssen). Oder in unser Europäisches Fulfillment, um neue Gebiete zu erobern. Amazon bietet eine Menge Hilfen und Vorteile, wenn sich Marken bekannt machen wollen.
 
FNW: Was ist der nächste Schritt für Amazon Fashion?

ST: Amazon Fashion ist die Amazon-Kategorie, deren Verkäufe am schnellsten wachsen. Da werden wir anknüpfen. Mehr kann ich Ihnen nicht sagen. Ich finde jedenfalls unsere neue Kampagne "Don’t look like me, look like you!" sehr stark. Das ist nicht nur ein Angebot, sondern eine Haltung.
 
FNW: Manche Ihrer Produkte kann man über ein Abo erstehen. Wird sich das ausdehenen?

ST: Möglich. Ich glaube, Sie werden bei Amazon nie hören, etwas sei unmöglich. Entscheidend ist es, ob es den Bedürfnissen der Kunden entspricht: Wichtig bei der Partnerschaft mit Marken: Wir können Dinge direkt mit ihnen zusammen entwickeln.
 
 

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