Alibaba: Washington blockiert die Übernahme von MoneyGram

Der amerikanische Spezialist für elektronische Zahlungen MoneyGram International und Ant Financial Services, der Finanzzweig des chinesischen Online-Handelsgiganten Alibaba Group Holding, gaben am Dienstag (2. Januar) bekannt, dass sie aufgrund des Widerstandes der US-Behörden ihre Fusionspläne aufgeben werden.

Keine Fusion von MoneyGram und Ant Financial Services erlaubt! - Photo d'archives/REUTERS/Heinz-Peter Bader

In einer gemeinsamen Mitteilung erklärten die beiden Gruppen, dass das Angebot von Ant Financial in Höhe von 1,2 Milliarden USD (knapp 1,0 Mrd. Euro) für MoneyGram nicht vom Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) genehmigt wurde. Letzteres entscheidet über grenzüberschreitende Operationen, die ein Risiko für die nationale Sicherheit darstellen könnten.

"Trotz unserer fortgesetzten Bemühungen, konstruktiv mit der US-Regierung zusammenzuarbeiten, ist jetzt klar geworden, dass das CFIUS diesen Zusammenschluss nicht genehmigen wird", erklärte Alex Holmes, Managing Director von MoneyGram. Die MoneyGram-Aktie fiel um 8,5 % auf 12,06 USD (ca. 10 Euro) im Nachhandel an der Wall Street, und erreichte somit seinen höchsten Tiefstand seit fast einem Jahr.

Laut Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, haben MoneyGram und Ant Financial dreimal Zugeständnisse gemacht, in dem Versuch, grünes Licht vom CFIUS zu erhalten, dessen Bedenken hauptsächlich auf der Sicherheit von Daten beruhe, die zur Identifizierung von US-Bürgern verwendet werden könnten.

Das CFIUS-Veto ist ein Rückschlag für Jack Ma, den Gründer und Vorstandsvorsitzenden von Alibaba, der im Januar 2017 dem frisch gewählten Präsidenten Donald Trump versprochen hatte, eine Million Arbeitsplätze in den USA zu schaffen.

Die US-Regierung hat ihre Position in Bezug auf die Übernahme von US-Unternehmen durch chinesische Unternehmen verschärft, seitdem Trump in der nordkoreanischen Frage und im Handel mehr Druck auf Peking ausübt.

Das CFIUS hat ebenfalls die geplante Übernahme der Lebensversicherungsgesellschaft Genworth Financial durch die China Oceanwide Holdings Group für 2,7 Milliarden US-Dollar blockiert, den Kauf der Mobile-Marketing-Firma AppLovin durch den chinesischen Fonds Orient Hontai Capital für 1,4 Milliarden USD und das Übernahmeangebot von 1,3 Milliarden US-Dollar für den Chiphersteller Lattice Semiconductor durch Canyon Bridge Capital Partners. Auf der anderen Seite hatte das CFIUS grünes Licht für die Übernahme von EyeVerify, einem amerikanischen Unternehmen, das sich auf Augen-Technologien spezialisiert hat, von Ant Financial im Jahr 2016 gegeben.

"Das wahrscheinlichste Ergebnis ist jetzt, dass MoneyGram von jemand anderem erworben wird und Euronet ist ein Unternehmen, das in der Vergangenheit Interesse daran zeigte", kommentierte Gil Luria, Analyst bei D.A. Davidson. Im April erhielt Ant Financial die Unterstützung von MoneyGram für sein Angebot, nachdem es seinen Preis um 36 % auf 18 USD pro Aktie erhöht hatte, wodurch ein konkurrierender, unaufgeforderter Vorschlag von Euronet Worldwide, einem in den USA ansässigen Unternehmen, abgelehnt wurde. Das Angebot von Ant Financial war zudem eine Barzahlung, während Euronet Aktien im Gegenwert von 15,20 US-Dollar anbot.

Euronet war der Ansicht, dass eine Fusion mit MoneyGram eine "offensichtliche Geschäftslogik" sei. "Auch wenn wir weiterhin glauben, dass eine Transaktion mit MoneyGram sinnvoll wäre, gibt es keine Garantie dafür, dass ein Angebot unterbreitet oder letztendlich eine Transaktion durchgeführt werde", sagte er. Ant Financial bezahlte MoneyGram eine Abbruchgebühr von 30 Millionen Dollar.

​von Greg Roumeliotis

Übersetzt von Elisa Gerlach

© Thomson Reuters 2018 All rights reserved.

Mode - Prêt-à-PorterMode - AccessoiresMode - SchuheMode - VerschiedenesLuxus - Prêt-à-PorterLuxus - AccessoiresLuxus - SchuheLuxus - VerschiedenesBeautyKosmetik - VerschiedenesLifestyle - VerschiedenesBranchePersonalienBusiness