Apex übernimmt MatchesFashion – CEO bleibt

Der Private-Equity-Riese Apax hat den Bieterkrieg um MatchesFashion gewonnen und hält jetzt eine Mehrheitsbeteiligung am britischen Luxus-Modeportal. Die Gründer Tom und Ruth Chapman bleiben Minderheitsgesellschafter, ebenso wie die bestehenden Venture Capital Investoren Scottish Equity Partners (SEP) und Highland Europe. Die Übernahme soll innerhalb der nächsten drei Monate abgeschlossen sein.


Matchesfashion will soon be majority-owned by Apax - matchesfashion.com

Weder der Einzelhändler noch der neue Besitzer haben den Kaufpreis bestätigt, der bei rund 800 Millionen Pfund (865 Millionen Euro) liegen soll. Mitte August wurde der Wert von MatchesFashion noch auf 650 Millionen Pfund (702 Millionen Euro) beziffert. Jüngsten Berechnungen zufolge stieg der geschätzte Marktwert aufgrund der Spekulationen über einen möglichen Verkauf, der nun, nur wenige Wochen später, auch stattgefunden hat.

Vier Unternehmen wurden in den vergangenen Wochen als Übernahmekandidaten gehandelt: Apax Partners, zu dem insbesondere Karl Lagerfeld gehört, Permira, dessen Portfolio unter anderem Dr. Martens und die deutsche Modegruppe Schustermann & Borenstein umfasst, sowie die amerikanischen Investmentfonds KKR und Bain Capital.
 
Trotz eines neuen Besitzers wirkt es bisher nicht so, dass es großen Änderungen in der Chefetage geben wird: CEO Ulric Jerome und CFO Fiona Greiner bleiben auf ihren Positionen. Aber das ist keine Überraschung angesichts des Erfolges, den das Unternehmen hat, seitdem Jerome an der Spitze von MatchesFashion steht. Das Wachstum war im vergangenen Jahr stark zweistellig und in diesem Jahr bisher auch sehr gut.
 
Jerome sieht die Übernahme von Apax „als Motor für das Geschäft, da sie viel Erfahrung im Verbraucher- und Technologiebereich einbringen". Und natürlich werden die finanziellen Mittel der neuen Besitzer dazu beitragen, dass sich MatchesFashion Anteile am internationalen Luxus-E-Commerce von Rivalen wie Net-A-Porter, Farfetch und MyTheresa erkämpfen kann. Und das ist das einzige was zählt, wenn man den Plan umsetzen möchte "die Nummer eins im Luxus-Onlinehandel der Welt zu werden".
 
Während das explosionsartige Wachstum des Unternehmens sich darin begründet, dass man sich bereits vor einem Jahrzehnt dazu entschieden hat in den Online-Handel einzusteigen, behält MatchesFashion weiterhin seine Einzelhandelspräsenz mit fünf Londoner Filialen. Der Store bleibt der Schlüssel für Luxushändler wie MatchesFashion, um Personalisierung, Emotionalität und VIP-Service dem digitalen Angebot hinzuzufügen.
 
Also, was werden die Chapmans in der Zukunft machen? Tom Chapman sagte zu der Eigentumsveränderung: "Nach 30 Jahren in diesem Geschäft sind Ruth und ich bereit, neue Herausforderungen einzugehen und als Aktionäre eine beratende Rolle zu übernehmen."
 
Schon in den vergangenen Jahren hatten die beiden Gründer immer mehr der Verantwortung an Jerome übergeben. Und obwohl sie weiterhin an MatchesFashion beteiligt sind, liegt die Zukunft des Unternehmens klar auf den Schultern von Ulric Jerome und seinem Team, die bewiesen haben, dass sie die Aufgabe erfüllen.

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