Ausblick: Hugo Boss legt einen Zahn zu - Gewinn steigt im 2. Quartal wieder

Der Modekonzern Hugo Boss dürfte sein Wachstum im zweiten Quartal beschleunigt haben. Insbesondere der schwache Euro hat aus Sicht von Analysten für prozentual zweistellige Umsatzzuwächse gesorgt. Aber auch der Gewinn sollte wieder gestiegen sein. In den ersten drei Monaten war dieser wegen der Kosten für eine Übernahme in Südkorea, die Verlagerung eines Showrooms in New York sowie Investitionen in Werbung und neue Filialen gesunken. Hugo Boss wird am Dienstag (4. August) seine Geschäftszahlen vorlegen.

dpa

Die von der Nachrichtenagentur Bloomberg bis Mittwoch befragten Analysten erwarten einen Umsatz von 629 Millionen Euro, was 12,5 Prozent mehr wäre als im Vorjahr. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte um 9,7 Prozent höher ausfallen und 121 Millionen Euro erreichen. Für das Konzernergebnis liegen die durchschnittlichen Schätzungen bei 69 Millionen Euro, was einem Plus von gut 10 Prozent entspricht.

Aus Sicht des Bankhauses Lampe tritt Hugo Boss derzeit in die nächste Wachstumsphase ein. Die zurückliegenden Jahre seien stark geprägt gewesen vom Ausbau des eigenen Filialnetzes und dem Erlangen der Kontrolle über die Marke, heißt es in einer Studie. Nun konzentriere sich der MDax-Konzern darauf, den Handel in den Läden mit dem digitalen Geschäft zu verzahnen. Dies dürfte in den kommenden Jahren deutlich zweistellige Wachstumsraten im Onlineshop nach sich ziehen, aber auch positive Impulse für den Umsatz in den Läden liefern.

Gleichzeitig versuchen die Schwaben die Kernmarke Boss im Luxussegment zu etablieren, etwa durch eine exklusivere Vermarktung und höhere Preise. Auch für die Damenmode, die seit 2011 die Handschrift des Designers Jason Wu trägt, sehen Analysten viel Potenzial. Noch ist das Segment relativ klein, wächst aber rasant. Um sie aufzuwerten, hat der Konzern der Damenmode in den Hugo-Boss-Läden mehr Fläche eingeräumt.

Die Societe Generale erwartet, dass die Rohertragsmarge im zweiten Quartal in etwa stabil geblieben ist angesichts aktuell hoher Lagerbestände. Die Baader Bank rechnet zudem mit im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegenen Aufwendungen für Marketing und Logistik.

Der Konzern, der seit dem Ausstieg des früheren Mehrheitsaktionärs Permira als Aufsteiger für den Dax gilt, wird aus Sicht der Analysten seine Prognose für das Gesamtjahr bestätigen. Danach will Hugo Boss den Umsatz währungsbereinigt im mittleren einstelligen Prozentbereich steigern, das Wachstum soll dabei aus allen Regionen kommen. Beim operativen Ergebnis (bereinigtes Ebitda) will der Konzern um 5 bis 7 Prozent wachsen. Zudem plant Hugo Boss in diesem Jahr rund 50 neue Geschäfte, Übernahmen nicht eingerechnet.
 

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