Berlin Fashion Week: Mercedes-Benz zieht positives Resümee der Neuausrichtung

Der Schauenkalender der Berlin Fashion Week war vom 15. bis 19. Januar neben ungewöhnlichen Locations einmal mehr geprägt von ebensolchen Präsentationsformen. Als hätte die klassische Runway-Show ausgedient, sei jede Form von Defilee geradezu von gestern. Stattdessen: mehr Tableau, mehr Installation, mehr Experiment. Das zeigte sich in der technoiden Inszenierung von Strenesse im "The Gate" am Brandenburger Tor ebenso wie bei dem Schweizer Designer Julian Zigerli, der in der Galerie "Eigen + Art Lab" in der Torstraße seine Mode an der Schnittstelle zu Fotografie und Skulptur zusammen mit den Schweizer Künstlern Manon Wertebroek and Christopher Füllemann präsentierte. 

Look von der Riani-Show im E-Werk. - GettyImages for MBFW/AlexanderKoerner

Marc Cain zog derweil mit diversen promimenten Gästen (u.a. den Schauspielerinnen Veronica Ferres, Andrea Sawatziki und Bettina Zimmermann) für die eigene Show in den stillgelegten U-Bahn-Schacht unter den Potsdamer Platz, während der Fashion Council Germany den deutsch-kroatischen Designer Damir Doma in die Halle am Berghain (HAB) für ein spannungsvolles Defilee mit Industrial-Charme in den Osten den Hauptstadt holte. Auch hier wieder Ausstellungscharakter inklusive: Beim Empfang und nach der Show waren Entwürfe von Bav Tailor, Benu Berlin, Davide Grillo und das Modekollektiv Last Heirs zu sehen.   

Vom Chinarestaurant ins Berghain
William Fan, laut einer Tageszeitung "Goldjunge der deutschen Modeszene", hingegen zeigte seine neuesten Entwürfe in einem chinesischen Restaurant Ngon nahe des Alexanderplatz mit einem facettenreichen Menü aus Strick, Brokat, Pailletten und Lurex. Seine zwischen asiatischer und europäischer Tradition changierenden Silhouetten wurden dabei für viele zum Augenschmaus. Tags drauf sollen die Käuferinnen sich in seinem Store in der Großen Hamburger Straße regelrecht die Klinke in die Hand gegeben haben, um Teile der "Fan Dynasty" getauften Kollektion zu erwerben. 

Mercedes-Benz und die Kreativagentur Nowadays hingegen hatten sich nach der Umstrukturierung am Berliner Modestandort das E-Werk an der Mauerstraße in Mitte als zentrale Location ausgesucht und eröffneten das neue Konzept gleich am Montagabend mit Dawid Tomaszewski. An den beiden darauffolgenden Tagen zeigten hier dann Designer und Labels wie Ivanman, Irene Luft, Riani, Maisonnoée, Sportalm und auch Bogner ihre Kollektionen für Herbst/Winter 2018.

Julian Zigerlin (Mitte) mit seinen Models - Darwin Stapel

Damit bildete die MBFW im Januar 2018 mit zehn teilnehmenden Labels ein konzentriertes und relevantes Spektrum des Modestandorts Deutschland ab und konnte sich authentisch im High-End-Segment positionieren, heißt es seitens des Autobauers. 

Breites Spektrum des Modestandortes Berlin 
"Die neue MBFW ist eng mit Berlin verbunden und am deutschen Markt orientiert. Wir haben es uns gemeinsam mit Mercedes-Benz gemäß des Claims 'Follow MBFW – Access Fashion' zur Aufgabe gemacht, die Mode zu liberalisieren und die Veränderungen am Markt zu unterstützen, um langfristig den Modestandort Deutschland in Kooperation mit Marken, Partnern und Pressevertretern weiter zu beleben", so Marcus Kurz, Veranstalter und Inhaber der Kreativagentur Nowadays.

"In Zukunft sollen Designer zuerst einmal selbst definieren, auf welcher Plattform sie sich am besten präsentieren. Dafür müssen wir ihnen ein Spektrum an verschieden ausgerichteten Formaten bieten“, so Kurz, was mit Blick auf das Gesehene wie ein allgemeines Credo der Fashion Week klingt. Gut, dass Mercedes-Benz an diesem Punkt unterstützen will und sich enorm flexibel zeigt. 

Die neu geschaffene "Brand Experience Area" im E-Werk übersetze den marktorientierten Ansatz innerhalb der neuen Location, dem E-Werk: ergänzend zu den Schauen präsentierten sich die Modelabels über den gesamten Zeitraum der MBFW durch individuelle und innovative Showcases den geladenen Gästen.

Look der Fan-Dynastie beim Defilee im Chinarestaurant nahe des Alexanderplatzes. - Getty Images für DER BERLINER SALON

Alle Shows wurden zudem auf einem 50 Quadratmeter großen LED-Screen am Eingangsbereich sowie online unter mbfw.berlin übertragen. So sollten die Schauen nicht nur dem Fachpublikum, sondern auch für Endkonsumenten zugänglich sein.

Inhaltlich komplettierten entsprechende Insights wie Atelierbesuche, Designer Interviews und zahlreiche Statements von Hauptakteuren der deutschen Modebranche das Screening. "Berlin ist der mit Abstand größte und wichtigste Modestandort im deutschsprachigen Raum, und wir glauben fest an seine Relevanz und sein Potenzial", so Katja Ohly-Nauber, Leiterin Marketing-Kommunikation Mercedes-Benz Cars Deutschland.

Look von der Bogner-Show im E-Werk. - Getty Images for MBFW

"Neben unseren Engagements auf den Modemessen Premium und Panorama ist es uns mit der MBFW gelungen, einen erfolgreichen Relaunch für unser Schauenformat in neuer Location umzusetzen. Wir werden die neu ausgerichtete Mercedes-Benz Fashion Week bis zur zweiten Ausgabe im Juli konstant weiterentwickeln, um die verschiedenen Facetten der Berliner Modeszene zu unterstützen“, so Ohly-Nauber weiter.  

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