Berluti: Aus der Traum mit Haider Ackermann

Die Zusammenarbeit von Haider Ackermann und Berluti dauerte nur anderthalb Jahre. "Haider hat einen großen Beitrag zur Entwicklung der Kollektionen und für das Image von Berluti geleistet. Ich möchte ihm danken für alles, was er seit seiner Ankunft erreicht hat. Sein Sinn für Stoffe und Farben sowie seine grandiosen Schauen haben die Geschichte des Hauses nachhaltig geprägt", erklärte der CEO von Berluti, Antoine Arnault, der zugleich auch der älteste Sohn von LVMH-Chef Bernard Arnault ist.

Haider Ackermann nach der Berluti Show im Januar 2018 - Pixelformula

Mit seiner eleganten und unkomplizierten Menswear lenkte Haider Ackermann das Label wieder in die richtigen Bahnen. Wie Antoine Arnault im November im Gespräch mit FashionNetwork.com erklärte, waren die Ergebnisse schlüssig. Doch offensichtlich ging die Rechnung nun angesichts der Einstellung der Zusammenarbeit doch nicht auf.

Gut informierte Quellen berichteten, die Geschäftsleitung von LVMH sei mit der Arbeitsteilung Ackermanns zwischen Berluti und seinem eigenen Modehaus nicht einverstanden gewesen. Die Entwürfe des Designers wurden von Kritikern zwar gut aufgenommen, doch sei der CEO des Unternehmens der Ansicht gewesen, das kreative Team der Marke brauche eine Führungsperson, die sich der Tätigkeit vollzeitig widme.

Haider Ackermann erklärte, er sei "sehr stolz, [seine] Kreativität in den Dienst dieses Modehauses gestellt und mit einem leidenschaftlichen Team zusammengearbeitet zu haben, das über ein einmaliges Know-how verfügt. Ich danke ihnen für ihren Einsatz".

Ackermanns Rücktritt wirft auch eine andere Frage auf: Wer übernimmt den freien Sitz? Der Mutterkonzern LVMH, der bereits bei seinen Marken Céline, Louis Vuitton und Dior Homme ein großes Stühlerücken veranstaltet, will sich demnächst zur Frage äußern. Ein Name drängt sich jedoch ganz natürlich auf: Kris Van Assche. Der Designer hat vor Kurzem seine Funktion als Menswear-Kreativdesigner von Dior niedergelegt. LVMH präzisierte bereits, dass Van Assche dem Konzern treu bleiben wolle und bei einer anderen Tochter des Unternehmens unterkommen könnte.

Der belgische Designer wird von der Führungsspitze von LVMH besonders geschätzt, nicht zuletzt für seine harte Arbeit und seinen bei Dior Homme geleisteten Beitrag. Dazu zählt unter anderem die Kollektion "Black Carpet", die bei Berluti mühelos ein entsprechendes Gegenstück finden könnte.

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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