Charles Jeffrey Loverboy feiert den Körper in all seiner Beschaffenheit

Charles Jeffrey Loverboy hauchte dem Abschluss der Londoner Männer-Modewoche mit seiner mit Spannung erwarteten festlichen Show eine gute Energie ein. Innerhalb weniger Saisons hat der Designer, der am Central Saint Martins College ausgebildet wurde und die Ateliers von Dior passierte, seine Reputation mit seinem fantastischen, von der Club-Kultur geprägten Universum stetig gesteigert. Seine letzte Show-Performance, die am Montag im Zentrum der Londoner Men's Fashion Week in der Location "180 The Strand" präsentiert wurde, war alles andere als enttäuschend.

Die Show von Charles Jeffrey Loverboy - PixelFormula

Während die Szenerie in der Dunkelheit verschwand, verrenkten sich seltsame, an silbernen Asteroiden klebende Kreaturen zu Lichtblitzen am Boden, während ein Chor auf dem Laufsteg als musikalische Begleitung herannahte. Nach und nach erhellte sich der Raum und empfing eine Parade von Außerirdischen und netten Humanoiden, die von Charles Jeffrey neu eingekleidet waren. Für Frühling/Sommer 2019 entschloss sich der 27-jährige Designer, die Pluralität der Körper zu erforschen. Mit "neuen Körpern, die, die sich verändern, die, die sich akzeptieren, die, die sich nicht akzeptieren" spielte er auf Gattungen und die unterschiedlichsten Einflüsse an.

Von allen Seiten schwoll die Kleidung an – so wie bei Auswüchsen – mittels mit Lumpen und anderen unidentifizierten Gegenständen gefüllten Säcken, die unter dem Rock eines blauen Satin-Kleides hingen oder an der Taille in schwer zu versteckenden Ausbuchtungen unter einer Banker-Jacke kreisten, oder sie explodierten sogar am Bauch und spalteten ein grünes Maxi-Shirt, wo noch dazu eine Banane auftauchte, die schelmisch in der Mitte dieses Clusters prangte.

Volumen erschienen auch hier und da, um einen Hals herum, an Armen oder am Torso zum Kragen hin, an den Ärmeln und Kanten eines Strickpullis (oder Hemdes), die wie Bojen gerollt waren! Oder sogar in übermäßig ausgestellten Röcken und bei einigen Jacken. In einer anderen Silhouette war es der Stoff eines drapierten Tunika-Kleides, der sich auf einer Schulter aufblähte.

Ein Look von Charles Jeffrey Loverboy für den kommenden Sommer. - PixelFormula

Die Models, zuweilen maskiert, manchmal mit bemalten Gesicht (einfach alles in Grün!), mit exzentrischen Kopfbedeckungen geschmückt (wie Federn oder mit klobigen, im Gleichgewicht auf dem Kopf sitzenden Kartonsteinen), waren in Schuhen mit großen Sohlen gesteckt und trugen Rugby-Socken mit großen farbigen Streifen. Das Thema der Seemannsstreifen kehrte auf vielen anderen Kleidungsstücken als Leitmotiv wieder.

Die Verweise auf die schottischen Ursprünge des Designers blieben nicht aus: von Mini-Kilts bis hin zu Tartan-Einsätzen in allen Farben, die in einem Anzug, einem Kilt oder einem Patchwork-Ensemble auftauchten. An anderen Stellen erhellten gelbe oder türkisfarbene Karo-Plaids ein graues Kleid, das auf der Vorderseite drapiert war.

Mit solch einer Fülle von Details und solch einer Recherche für die Zusammenstellung und die Farbpalette bestätigt Charles Jeffrey sein Talent. Von poppigen und erfinderischen Strickteilen, bin hin zu tadellosen Schnitten und mit der Arbeit für die Struktur der Kleidung, scheint dieser Begabte zu allem fähig zu sein.

Übersetzt von Elisa Gerlach

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