Christian Dior: Pietro Beccari folgt auf Sidney Toledano

Sidney Toledano tritt von seiner Funktion als CEO von Christian Dior zurück. Sein Nachfolger steht bereits fest: Pietro Beccari, der italienische CEO des Modehauses Fendi mit Sitz in Rom. Die Änderung erfolgt im Rahmen eines großen Stühlerückens bei LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton. Auch weitere Änderungen werden erwartet.

Fendi CEO Pietro Beccari wechselt zu Dior! - Archiv

Sidney Toledano verlässt Christian Dior im Januar. Er bleibt dem Konzern jedoch treu und übernimmt Pierre-Yves Roussels Funktion als Verwaltungsratspräsident und CEO der LVMH Fashion Group. Diese umfasst die "kleineren" Marken von LVMH: Céline, Kenzo, Loewe, Marc Jacobs und Emilio Pucci.

Pierre-Yves Roussel dürfte seinerseits als Sonderberater unter dem Verwaltungsratspräsidenten und CEO von LVMH, Bernard Arnault, eine neue Aufgabe finden. Es ist nicht auszuschließen, dass seine Tage beim Konzern gezählt sein könnten und er womöglich den Preis für die hohen Verluste bei Marc Jacobs wird zahlen müssen. Vor einem Jahr bemerkte Bernard Arnault diesbezüglich:"Marc Jacobs beschert mir mehr Sorgen als Donald Trump." Doch verfügt Pierre-Yves Roussel über einen hervorragenden Ruf als Talentsucher. Er brachte Phoebe Philo zu Céline, Carol Lim und Humberto Leon zu Kenzo und Jonathan Anderson, den zurzeit erfolgreichsten Designer des Konzerns, zu Loewe.

Pietro Beccaris Ernennung könnte auch ein Vorzeichen auf einen möglichen Rücktritt der Kreativdirektorin von Dior, Maria Grazia Chiuri, sein. Chiuri wurde 2016 von Sidney Toledano angeworben. Interne Quellen verweisen darauf, dass Bernard Arnault Chiuris Arbeit intern oft kritisch gegenüberstand.

"Allem Anschein nach ist Arnault von Maria Grazia Chiuris Arbeit nicht begeistert und mit Pietro Beccaris Ankunft will er vielleicht ein neues Kapitel aufschlagen", so eine gut unterrichtete Quelle. "Für Arnault wurde Chiuri bei Dior zu viel freie Hand gelassen, so beispielsweise bei der Eröffnung ihres Dior Pop-up-Stores auf der Avenue Montaigne."
Sidney Toledanos Rücktritt erfolgt acht Monate nach der Bekanntgabe der Übernahmepläne von Christian Dior Couture. Dabei wurde der Wert des Modehauses auf 6,5 Milliarden Euro beziffert. LVMH war bereits im Besitz von Christian Dior Parfums, somit führte der Kauf zur Zusammenführung der beiden Einheiten, die im vergangenen Jahr ihr 70. Jubiläum feierten. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte Christian Dior Couture seinen Umsatz um 5 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro verbessern.

Branchenkenner sind sich einig, dass die Neubesetzungen Teil einer normalen Nachfolgeregelung sind, insbesondere die Ablösung des 66-Jährigen Toledano durch den 50-jährigen Starmanager von Fendi. Seit Pietro Beccari im Februar 2012 die Führung von Fendi übernahm, verdreifachte sich der Umsatz des Unternehmens auf über 1 Milliarde Euro.

Weder Sidney Toledano, noch Pietro Beccari oder Pierre-Yves Roussel waren für einen Kommentar erreichbar.

Unklar ist, wer bei Fendi in Beccaris Fußstapfen treten wird. Einige Branchenkenner tippen auf Nicola Brandolese, ehemaliger Manager beim Brillenhersteller Luxottica. Brandolese arbeitet seit Juli für LVMH, im Schatten von Pietro Beccari.

Sidney Toledanos neue Funktion zeugt von der Wertschätzung Bernard Arnaults ihm gegenüber. Er vertraut die Fashion Group von LVMH einem erfahrenen Manager an. Toledanos Aufgaben umfassen die Beaufsichtigung und die Strategiefestlegung für die LVMH-Marken, um das Tagesgeschäft kümmert er sich dabei nur zweitrangig.

Toledano stieß 1994 zu Dior und berichtete dem damaligen CEO François Baufumé, bevor er 1998 dessen Nachfolge antrat. Er arbeitete mit verschiedenen Kreativdirektoren zusammen und launchte Dior Homme mit dem brillanten, aber unbeständigen Designer Hedi Slimane. Weiter wurde ihm der geschickte Umgang mit der Krisensituation im Jahr 2011 hoch angerechnet, als ein Video von Dior Kreativdesigner John Galliano erschien, in dem er in einem Pariser Café antisemitische Kommentare von sich gab. Galliano wurde daraufhin entlassen.

"Sidney war 20 Jahre lang in führender Position für Dior tätig. Für einen Manager der Luxusbranche ist das heutzutage eine beeindruckende Leistung. Das darf man nicht vergessen. Und er hat noch immer eine sehr gute Position", betonte eine weitere Quelle.

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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