Das Comeback und die internationalen Pläne von Joe's Jeans

Es gleicht einer Wiedergeburt: Joe's Jeans erfreut sich guter Gesundheit. Vor zwei Jahren wurde das schwächelnde Unternehmen durch eine solide amerikanisch-chinesische Partnerschaft der Konzerne Sequential Brands und Global Brands übernommen.

Taylor Hill für Joe's Jeans - Joe's Jeans

Die Marke, für die der Gründer Joe Dahan auch weiterhin die kreative und strategische Leitung beibehält, war 2017 in mehreren Tausend Verkaufspunkten in Nordamerika vertreten, nicht zuletzt in großen Kaufhäusern wie Nordstrom. Weiter verfügt das Unternehmen über 14 eigene Stores.

Wo viele seiner direkten Konkurrenten im Premium-Jeansmarkt in Los Angeles gegenwärtig Schwierigkeiten bekunden, verzeichnet das 2001 gegründete Label im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzwachstum um ca. 15 Prozent. Mit den Menswear-Kollektionen erzielte Joe's Jeans gar ein Plus von 30 Prozent. "Vor zwei Jahren machten wir 70 Prozent unseres Umsatzes mit Womenswear", erklärte Sarah Choufani, Vizepräsidentin International Sales. "Nun haben wir den Anteil der Menswear auf 45 Prozent ausgebaut. Und auch die Damenkollektionen wachsen weiter." Zudem arbeitet die Marke seit Kurzem mit dem Model Taylor Hill zusammen. Aus dieser Kollaboration entstanden mehrere Capsule-Kollektionen.

Gestützt auf diese dynamische Entwicklung plant Joe's Jeans einen Ausbau seiner internationalen Präsenz. Das Unternehmen stellt seine hochwertigsten Kollektionen zwar in den USA her, verfügt aber auch über eine Produktionsanlage in Mexiko. Auf diesen Markt will sich die Marke in einem ersten Schritt konzentrieren. "In der Kaufhauskette El Palacio richten wir Shop-in-Shops ein. Seit einem Jahr arbeiten wir mit El Palacio zusammen und verfügen bereits über vier Womenswear-Shops. Nun eröffnen wir acht Shop-in-Shops für unsere Männerkollektionen. Weiter planen wir zwei Franchise-Shops in Mexiko und in Monterrey", so Sarah Choufani auf der Messe Tranoï in Paris.

Das amerikanische Label war vor Kurzem auf Frankreich-Tournee, um neue internationale Partner anzuwerben. Denn Joe's Jeans will auch sein Vertriebsnetzwerk in Europa überarbeiten. Bislang stützte sich das Unternehmen auf einen langjährigen Händler aus Italien, der die Marke an sechzig hochspezialisierte Kunden vertreibt. Seit der vergangenen Saison hingegen arbeitet Joe's Jeans mit einem neuen Händler, der ganz Großbritannien abdeckt: Zone Two. Mit dem Unternehmen von Hubert Blanc und François Ridoret (ehemals bei Diesel), RNB Corporate, schloss die Marke einen Vertrag für den französischen Markt ab.

"Wir sind überzeugt, dass jetzt der perfekte Zeitpunkt ist, eine Premiummarke aus den USA anzubieten. Die Wirtschaft in Frankreich zieht wieder an. Wir bieten LTB und Gas Jeans, damit können wir unser Panel ergänzen", so François Ridoret. "Charlotte Cassegrain bleibt für die Womenswear zuständig und wir übernehmen die Entwicklung der Menswear. Heute haben wir rund 30 Kunden. Doch mit einem selektiven Vertrieb besteht in der Fünfjahresfrist ein Potenzial von 3,5 Millionen Euro im Wholesale. Für uns ist es auch wichtig, dass ein Konzern mit Industrieerfahrung dahintersteckt, wie Global Brands".

Weiter bestätigen die beiden Partner die Eröffnung zweier Stores in Paris im Jahr 2019. Das Projekt ist ehrgeizig, entspricht jedoch dem Expansionsbestreben der Marke. Joe's Jeans will seine Produkte über die amerikanischen Grenzen hinaus entwickeln. Hier sieht das Unternehmen einen potenziellen Markt für seine Jeans (70 Prozent des Angebots), deren Verkaufspreis für Endverbraucher zwischen 180 und 245 Euro liegt. Das Unternehmen will sein neues Ladenkonzept, das vom Architekturbüro Gensler entwickelt wurde und sich von kalifornischen Häusern inspiriert, international umsetzen. Das Konzept umfasst eine Bar, einen Kamin, und einen großzügigen Ankleidebereich. Die Chromstahlelemente der Innendekoration greifen das goldene Logo der Marke auf.

Der erste Store mit neuem Ladenkonzept dürfte in Kürze im Raum Nahost eröffnet werden. Joe's Jeans einigte sich in dieser Region mit Sportland auf die Eröffnung von rund zehn Stores innerhalb von fünf Jahren. Die erste Adresse wird in Abu Dhabi eingeweiht. Darauf folgen Anfang 2018 Ableger in Dubai und Kuwait. In den USA plant die Marke außerdem einen Flagship-Store an der berühmten Melrose Avenue in Hollywood. Einen früheren Store an derselben Straße musste das Unternehmen 2015 schließen.

Weiterer Schwerpunkt der Expansionspläne ist Asien. Das Premiumlabel wird in Japan seit vielen Jahren von Itochu vertreten und stützt sich für seinen Ausbau auf das Netzwerk der Edwin-Gruppe. Ab nächstem Herbst sollen außerdem die Männerkollektionen in Japan eingeführt werden. Der erste Flagship-Store in Asien wird 2018 in Tokio erwartet.

Die Marke, die einen Jahresumsatz in Höhe von ca. 150 Millionen Euro erzielt, setzt somit für die kommenden Jahre auf die Wachstumsachsen Menswear und International. Und mit dem Global Brands-Konzern aus Hongkong in seiner Besitzstruktur scheint der chinesische Markt ebenfalls in Reichweite.

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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