Debenhams: Weniger Gewinn, dafür riesiges Wachstumspotenzial. Die internationale Entwicklung ist der Schlüssel.

Der unter Druck geratene Kaufhauskonzern Debenhams hat am Donnerstagmorgen seine Ergebnisse für das Gesamtjahr bekanntgegeben, die eine Mischung aus schlechten (sinkenden Gewinnen) und guten (viele neue Ideen und einige früh erkennbare, ermutigende Zeichen) Nachrichten erhalten.

Die Gewinne von Debenhams sanken im letzten Jahr, aber die große Neuigkeit bestand in dem Entwicklungsplan, der u.a. eine bevorstehende neue Designer-Kollaboration, mehr Blow-on-Demand-Beauty-Flächen, die Einführung von Fitness-Studios in den Geschäften, die Intensivierung der digitalen Aktivitäten mit einer neuen mobilen App mit bereits ansteigenden Mobile-Verkaufszahlen und die dänische Kette Magasin du Nord als Dreh- und Angelpunkt für skandinavische Marken umfasst.

Und während sich die Finanzabteilung wahrscheinlich auf die erstere Nachricht konzentrieren wird, ist es das Transformationsprogramm unter CEO Sergio Bucher, das in der Zukunft über den Aufstieg oder Abstieg entscheiden wird. An dieser Front wird es sicherlich viel zu tun geben.

Der Verkauf von Schönheitsprodukten nahm zu, der für Bekleidung ging zurück. - Debenhams

DIE ZAHLEN

In den 52 Wochen bis zum 2. September stieg der Bruttowertschätzungswert (GTV) der Gruppe um 2 % auf 2,954 Mrd. GBP (umgerechnet rund 3,305 Mrd. Euro) und der Umsatz stieg im Vergleich um 2,1 %. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) sank um 7 % auf 217 Mio. GBP (umgerechnet rund 243,5 Mio. Euro). Der zugrunde liegende Vorsteuergewinn sank um 16,6 % auf 95,2 Mio. GBP (umgerechnet rund 106,8 Mio. Euro) und der Gewinn vor Steuern sank um 44,2 % auf 59 Mio. GBP (umgerechnet rund 66,7 Mio. Euro).

Während der Verkauf von Schönheitsprodukten um 5 % und bei Lebensmitteln um 8 % anstieg, gingen die Verkäufe bei der Bekleidung um 0,5 % zurück. Die Margen sanken, aber der Gesamtumsatz stieg um 1,7 %. Ein großer Lichtblick war der Umsatz im digitalen Geschäftsbereich, der um 12,7 % zunahm, besonders durch Bestellungen über die mobilen Kanäle, die sich in Großbritannien um 57 % steigerten. Der Anteil der mobilen Bestellungen an den digitalen Bestellungen beträgt dort bereits 55 %.

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DIE ZUKUNFT

Debenhams Plan für eine profitable Zukunft: Zweifellos ist das Unternehmen mit den großen Veränderungen seiner mobilen App beschäftigt, zwei Filialen sollen bald geschlossen werden und es gibt die neue Initiative, in den Stores ein Fitnessstudio zu öffnen. Bei all dem handelt es sich aber nur um eine Momentaufnahme der Pläne. Bei der jüngsten Investition handelt es sich um die Firma für Kosmetik-Bars Blow Ltd. Das hat gezeigt, dass man darauf vorbereitet ist, neue Segmente zu erschließen. Es werden drei dieser neuen Beauty-Bars an Flagship-Standorten eröffnet, darunter das Geschäft in der Oxford Street (noch vor Weihnachten) und weitere im nächsten Jahr.

Die Erschließung der neuen Geschäftsfelder wurde am Donnerstag ebenfalls in den Fokus gerückt, mit der Bekanntgabe der Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Sweat! für die Test-Fitness-Studios in vorerst drei Stores. Debenhams gab an, dass dies dazu beitragen würde, die Möglichkeiten zu verstehen, "sich auf dem Wachstumsmarkt für Gesundheit und Wohlergehen zu positionieren". Eine Kernentwicklung war in diesem Monat der Upgrade der mobilen Website. Innerhalb der ersten drei Wochen nach dieser Aktualisierung konnte eine zweistellige Prozentpunktverbesserung verzeichnet werden.

LEISTUNGSVERBESSERUNGEN

Die Verkaufszahlen für das vergangene Jahr zeigen, dass die Optimierung mit dem Fokus auf den Produkten der richtige Weg ist. Debenhams hat ein gutes Wachstum in seinen strategischen Zielsegmenten Beauty, Accessoires und Food verzeichnet. Dies trug dazu bei, die Auswirkungen des schwächeren Bekleidungsmarktes abzumildern. Mit dem Ziel, marktführend in den wichtigen Accessoire-Kategorien Lingerie und Schuhe zu werden, testet das Unternehmen eine neue Merchandising-Präsentation in Kombination mit einer Reduzierung des Warenumfangs, aber dafür mit einer stärkeren Service-Leistung in zwei "Test-Labor"-Geschäften – mit positiven ersten Ergebnissen. Das Unternehmen beabsichtigt, "einen robusteren Ansatz für das Management unserer bestehenden Marken" zu übernehmen und "sie häufiger aufzufrischen". Für 2018 ist geplant, eine neue Designer-Marke mit "Nachwuchstalenten" auf den Markt zu bringen.

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INTERNATIONAL

Die Firma expandiert ebenfalls im Ausland. Trotz des Absprungs einiger Märkte, hat das Unternehmen gerade neue Geschäfte in Australien eröffnet und die internationalen Geschäfte belaufen sich auf rund 20 % des Konzernumsatzes. Den größten Beitrag leistet Dänemarks Tochterunternehmen Magasin du Nord.

Debenhams betreibt außerdem elf Filialen in Irland und 63 Franchise-Filialen im Nahen Osten und Südostasien; und auch der digitale Geschäftsbereich expandiert in neuen Ländern. Magasin hatte ein "widerstandsfähiges Jahr bei schwächeren Marktbedingungen", nachdem es den Kopenhagener Flagshipstore umgestaltet hatte, einschließlich einer umfangreichen Aufwertung der Beauty-Abteilung und der Einführung von 100 neuen Marken. Das digitale Wachstum betrug 40 %. Das Unternehmen hat eine "signifikant" digitale Chance für das internationale Wachstum von Magasin identifiziert und wird dem Angebot weitere Marken mit dem Ziel hinzufügen, das digitale Angebot zum "Marktführer für skandinavische Marken" zu machen. Neben der Eröffnung eines neuen dänischen Geschäfts in Aalborg, sind 2018 neue digitale Markteintritte in der nordischen Region geplant.

Die Kernmärkte im Nahen Osten hatten ein schwieriges Jahr hinter sich, bleiben aber ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen Strategie. Darüber hinaus hat das Unternehmen Partnerschaften mit digitalen Drittanbietern aufgebaut, um die Reichweite in weiteren Marktregionen zu erhöhen. Es gibt eine Markenpräsenz auf Asos, Label, Very, Zalando und Zalora und diese wurde im Laufe des Jahres auch bei Amazon Prime in Großbritannien und bei Amazon Deutschland eingeführt. Und nach der Eröffnung des ersten australischen Stores im Vertrag mit Pepkor vor Kurzem, folgt nun im Frühjahr ein Geschäft in Kuwait.

Übersetzt von Elisa Gerlach

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