Der Boss verstimmt die Börse: minus elf Prozent

Erst 2018 soll es wieder aufwärts gehen. Das ist den Analysten viel zu langsam. Laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg hatten sie schon für 2017 damit gerechnet, dass wieder Gewinne auf die hohe Naht gelegt werden können. Deshalb verlor die Bossaktie elf Prozent - innerhalb weniger Stunden.


Der neue CEO von Hugo Boss schwört dem Luxus ab - Foto: Dirk Neubauer

Zudem verstörte die Experten, dass Hugo Boss unter neuer Leitung – immerhin war Mark Langer über all die Jahre der Finanzchef des Metzingen Textilproduzenten – mittelfristige Finanzziele schuldig blieb. Bestätigt wurden lediglich die Zahlen für das laufende Jahr. Damit lässt sich über Erfolg und Misserfolg der neuen Strategie nur schwer urteilen – wofür es prompt die rote Karte gab.

Der Edelschneider aus dem schwäbischen Metzingen leidet unter der Krise in der Modebranche, aber auch unter eigenen Fehlern. Eine teure Ladenexpansion und der Versuch, die Marke Boss im Luxussegment zu etablieren, waren fehlgeschlagen. Nach einer heftigen Gewinnwarnung Anfang dieses Jahres wurde fast die komplette Führungsriege ausgewechselt. Geblieben ist nur Langer, der unter seinem geschassten Vorgänger Claus-Dietrich Lahrs die Finanzen des Konzerns verantwortete.

Die ersten Veränderungen hat Langer in seiner neuen Rolle als Vorstandschef bereits auf den Weg gebracht. So wurden erste unrentable Läden geschlossen. Auch am Preisgefüge hat der Konzern bereits gebastelt und das Vertriebspartnernetz in den USA ausgedünnt. Die Kosten gehen ebenfalls runter durch Einsparungen in der Verwaltung, Kürzungen beim Marketing und Nachverhandlungen bei den Mieten. In diesem Jahr werden rund 65 Millionen Euro eingespart.


Hugo will sich um 30 Prozent unterhalb der Stamm-Marke von Boss positionieren - Hugo

Dass es dennoch bis ins Jahr 2018 dauern wird, ehe die Veränderungen Früchte tragen, begründete Langer mit dem Wesen der Modeindustrie. Es brauche schon mal ein Jahr, bis Veränderungen in der Kollektion für den Kunden in den Läden sichtbar werden.

Wie sich Boss zurück in die Schaufenster bringen will, steht bei FashionNetwork.
 

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