Ein Viertel ihrer Einkäufe erledigen die Deutschen online

Durchschnittlich 26 Prozent ihrer Einkäufe tätigen die Deutschen im Netz. Jeder fünfte Bundesbürger erledigt sogar mehr als die Hälfte seiner Besorgungen online. Nur sieben Prozent kaufen überhaupt nicht im Internet ein.

Regional gibt es aber Unterschiede: Deutschlands Online-Shopping-Könige leben in Hessen und dort speziell in der Banken-Metropole Frankfurt am Main. Dies sind Ergebnisse der repräsentativen Postbank Studie "Der digitale Deutsche und das Geld".

Deutschlands Online-Shopping-Könige leben in Frankfurt am Main. - Archiv

Die 18- bis 34-Jährigen, die so genannten Digital Natives, decken ihren Einkaufsbedarf zu rund einem Drittel im Netz, bei den Älteren ab 35 Jahre ist es knapp ein Viertel. In diesem Punkt sind auch die so genannten Digital Immigrants ohne Frage in der digitalen Welt angekommen. Bei anderen Digital-Themen fällt der Unterschied zwischen den Generationen weit stärker ins Gewicht, wie die Postbank Studie zeigt. So surfen die unter 35-Jährigen zum Beispiel im Schnitt 55 Stunden pro Woche im Internet, die Älteren dagegen nur 39 Stunden. "Der Trend zum Online-Shopping ist altersübergreifend und korreliert nicht direkt damit, wie intensiv das Internet allgemein genutzt wird", sagte Dr. Thomas Mangel, Chief Digital Officer bei der Postbank.

Der Einkauf per Mausklick hat sich regional unterschiedlich stark durchgesetzt. Spitzenreiter im Online-Shoppen sind die Hessen: Sie erledigen 30 Prozent ihrer Einkäufe im Netz. Auf Platz zwei und drei liegen Baden-Württemberg und Berlin mit jeweils 28 Prozent. Am Ende des Rankings finden sich Schleswig-Holstein und Hamburg, deren Bewohner vergleichsweise wenig im Internet kaufen. Sie stillen lediglich 22 Prozent ihrer Shopping-Bedürfnisse online.

Mit Güte und Vielfalt des lokalen Angebots scheint die Neigung zum Interneteinkauf aber nichts zu tun zu haben. Die Studie zeigt, dass ausgerechnet in den Großstädten überdurchschnittlich viel online eingekauft wird, obwohl dort auch das Angebot des stationären Einzelhandels eine gute Auswahl bietet. Unter den zehn untersuchten deutschen Großstädten wird in sechs Metropolen häufiger online bestellt als im Bundesdurchschnitt. Der Schnitt der Top-Ten-Städte liegt mit 27 Prozent Anteil am Einkaufsbedarf auch etwas höher als im Bundesdurchschnitt. An der Spitze steht Frankfurt am Main: Die Einwohner erledigen 36 Prozent ihrer Besorgungen im Netz. Auf Platz zwei folgt Leipzig mit 30 Prozent. 28 Prozent ihrer Einkäufe ordern die Berliner, die Münchner und die Dortmunder online.

Die Frankfurter betreiben das Online-Shopping am stärksten. - Postbank

Wie viel online geshoppt wird, hängt eng zusammen mit der Intensität der Internetnutzung. So sind die Hessen Spitzenreiter im Internet-Surfen: Sie verbringen im Schnitt 47 Stunden wöchentlich im Netz. In keinem Bundesland wird mehr gesurft. Deutschlandweit sind die Bundesbürger im Schnitt 43 Stunden pro Woche im Netz unterwegs. Sozusagen dauer-online sind die Menschen in Frankfurt am Main: Die Bewohner der Banken-Metropole bringen es im Schnitt auf knapp 62 Wochenstunden. Das ist mit Abstand der Spitzenwert im Vergleich deutscher Metropolen.

Auch die mobile Nutzung des Internets hat stark zugenommen. Ins Netz gehen mittlerweile 70 Prozent der Deutschen mit ihrem Smartphone. In Deutschlands Online-Metropole Frankfurt sind es sogar 84 Prozent der Bewohner. Damit sind sie im Schnitt 23 Stunden pro Woche online.

"Der Großstadtbewohner von heute läuft an Geschäften vorbei und kauft dabei im Internet ein. Oder gleicht beim Shoppen in der City das Angebot im Geschäft mit dem im Netz ab, immer bestrebt, die größtmögliche Auswahl zu erlangen. In der Zukunft gehört zur Einkaufswelt vor Ort zwingend das Online-Angebot dazu. Auf dieses Kundenverhalten müssen sich Unternehmen einstellen, wenn sie in der digitalen Welt bestehen wollen", sagt Mangel von der Postbank.

Bekleidung und Schuhe shoppen bereits 40 Prozent der Deutschen lieber im Internet. Bevorzugt im Geschäft vor Ort kaufen die Menschen dagegen Lebensmittel und Drogerieartikel. Auch Gesundheitsartikel und Medizin sowie Möbel und Wohnaccessoires besorgt eine klare Mehrheit lieber im Laden.

Für die Postbank Digitalstudie "Der digitale Deutsche 2017" wurden im Zeitraum April bis Mai diesen Jahres 3.967 Deutsche befragt. Um eine bevölkerungsrepräsentative Struktur abzubilden, erfolgte eine Gewichtung der Stichprobe nach Bundesland (Proportionalisierung), Alter und Geschlecht. Als Referenzdatei wurde der Zensus 2011 des Statistischen Bundesamtes zugrunde gelegt. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet.

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