Gegen Kinderarbeit sollen Firmen in die Pflicht genommen werden

Die Mitglieder des Textilbündnisses  für Mode ohne Kinderarbeit und für faire Produktionsbedingungen im Ausland müssen Unternehmen jetzt mehr Verantwortung übernehmen.


Näherin in Bangladesch sollen in der Zukunft unter besseren Bedingungen und für mehr Lohn arbeiten. - AFP

Die Verbände in dem von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) initiierten Bündnis stellten am Dienstag in Berlin einen Leitfaden vor allem gegen Kinderarbeit vor. Mit dessen Hilfe sollen die teilnehmenden Textilhersteller und Handelsunternehmen bis spätestens Ende Januar 2017 dokumentieren, unter welchen Arbeitsbedingungen ihre Ware im Ausland hergestellt wird.

Ehrlichkeit fordert das Bündnis von seinen Mitgliedern auch in Sachen Umweltschutz. Denn in der Textilindustrie werden viele giftige Chemikalien eingesetzt. Dass potenzielle Umweltsünder und Ausbeuter an den Pranger gestellt werden, ist bei diesem Verfahren jedoch ausgeschlossen. Die Daten "unterliegen der strengen Vertraulichkeit", hieß es in einer Veröffentlichung des Bündnisses. Auch die Konkurrenz, egal ob Mitglieder oder nicht, werden keinen Zugang zu den Informationen anderer Unternehmen erhalten. Bis Ende 2017 sollte jedes Mitglied dann einen individuellen Fahrplan vorlegen, in dem es konkrete Verbesserungsziele festlegt.

Müller hatte das Bündnis 2014 unter dem Motto "Fairhandel statt Freihandel" ins Leben gerufen. Nach anfänglichem Zögern traten die Textilverbände sowie Firmen wie Bugatti, Adidas , C&A und Hugo Boss bei. Mit 188 Mitgliedern hat das Bündnis inzwischen eine Marktabdeckung von rund 55 Prozent.

Copyright © 2017 Dpa GmbH

Mode - Prêt-à-PorterBranche