Genossen haben keine Chance bei Hessnatur

 
Die eigens zur Übernahme und Weiterführung der Hess Natur Textilien GmbH gegründete Genossenschaft hnGeno ist aus dem Bieterverfahren um den Ökoversender ausgeschieden. „Uns wurde am Donnerstag mitgeteilt, dass wir als Bieter aussortiert worden sind“, teilte der hnGeno-Vorstand Walter Strasheim-Weitz mit, der gleichzeitig Betriebsratsvorsitzende bei hessnatur ist. Für die hnGeno ist die Entscheidung „weder nachvollziehbar noch zutreffend“.
Nach einem Bericht der FTD war nicht nur das geringe Gebot in Höhe von 21 Mio. Euro zuzüglich eines Besserungsscheins ausschlaggebend für das Ausscheiden, sondern auch die unsolide Finanzierung durch Beitrittsspenden, ein nicht überzeugender Wachstumsplan sowie eine zerstörte Vertrauensgrundlage. Nach Ansicht des Noch-Eigentümers, der Primondo Speciality Group (PSG), hinter der der KarstadtQuelle Mitarbeitertrust e.V. (KQMT) steht, ist hessnatur „zwischen 33 und 40 Mio. Euro“ wert. Durch ihre Kritik an der Carlyle Group, die auch schon andere Spezialversender aus dem Portfolio der PSG übernommen hatte, und die Drohung zu Boykottaufrufen (selbst wenn diese maßgeblich von Attac organisiert wurden) habe sich die hnGeno ins Abseits gerückt.
Die hnGeno lässt sich davon nicht abschrecken und will weiter im Rennen bleiben: „Wir halten nach wie vor an unserem Ziel fest, hessnatur als Genossenschaft zu übernehmen und werden nach dem unerwarteten Abbruch der Verhandlungen von Seiten des Verkäufers weitere Optionen prüfen. Wir sehen auch weiterhin Chancen hier erfolgreich zu sein. Kunden, Mitarbeiter und nachhaltig gesonnene Menschen werden nach wie vor hinter der hnGeno stehen“, lautet die optimistische und hoffnungsvolle Kampfansage von hn-Vorstand Strasheim-Weitz.


Foto: Hess Natur

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