Gerresheimer mit Umsatz- und Gewinnrückgängen

Der Verpackungshersteller Gerresheimer hat auch im dritten Quartal die Zurückhaltung der US-Pharmakonzerne zu spüren bekommen. Von Juni bis Ende August sank der Umsatz des Spezialisten für Verpackungen für die Pharma- und Kosmetikindustrie im Jahresvergleich um 5,4 Prozent auf 331,5 Millionen Euro, wie der MDax-Konzern am Mittwoch mitteilte. Zugleich bekräftigte der Vorstand seine Prognose für das Jahr 2018. Die Aktien legten am Mittag um 2,24 Prozent auf 66,20 Euro zu und zählten damit zu den Spitzenwerten im moderat steigenden MDax. Unter dem Strich blieb ein Gewinn aus dem fortzuführendem Geschäft von 26,3 Millionen Euro. Das waren 16,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Das Unternehmen aus Düsseldorf hat auch Tiegel und Fläschchen für die Kosmetikindustrie im Programm - Archiv

Das Unternehmen erwartet zwar ein "gutes viertes Quartal", aber das Umsatzziel für das Geschäftsjahr 2016/17 (Ende November) von rund 1,4 Milliarden Euro sei aus derzeitiger Sicht eher schwer zu erreichen, hieß es. Es gebe ein Risiko, dass der Umsatz 30 Millionen Euro unter dem Ziel liegen könnte. Sollte dies eintreten, dann würde sich dies auch auf den bereinigten operative Gewinn (Ebitda) auswirken. Dieser würde dann etwa 10 Millionen Euro unter den insgesamt erwarteten 320 Millionen Euro liegen. Im Geschäftsjahr 2015/16 hatte der Umsatz 1,375 Milliarden Euro und der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen 308 Millionen Euro betragen.

Die Zurückhaltung der Pharmakunden in den USA nach der Wahl von US-Präsident Donald Trump und ein schwächeres Geschäft mit Prototypen schlugen auch auf die Gewinnziffern durch. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebitda) ging um 4,4 Prozent auf 77,6 Millionen Euro zurück.

Unter anderem habe Gerresheimer wegen Hurrikan "Irma" im September zeitweise nicht alle Kunden im Süden der USA beliefern können, erläuterte ein Sprecher. Die Auslieferung aller für das Schlussquartal eingegangenen Aufträge sei heute schon eine große Herausforderung für das Unternehmen. Gerresheimer erzielt etwa ein Viertel des Konzernumsatzes in den USA.

Ausblick und Kennzahlen sorgten bei Börsianern nicht wirklich für Sorgenfalten. Die Aktie gewann im frühen Handel 4,6 Prozent an Wert. Die Kennziffern seien schwach gewesen und Gerresheimer habe wie erwartet den Ausblick für das Gesamtjahr gesenkt, schrieb Analyst Scott Bardo von der Privatbank Berenberg. Allerdings seien die neuen Prognosen für das laufende Jahr etwas besser, als er erwartet habe. Wichtiger sei aber, dass Gerresheimer den Ausblick für das Gesamtjahr seiner Meinung nach gesenkt habe. Der Umsatz dürfte damit noch geringer ausfallen als von ihm bereits befürchtet. Die zu erwartende Ergebnisbelastung sieht er allerdings als Lichtblick. Denn die genannten 10 Millionen Euro würden eine Erholung im Schlussquartal bedeuten.

Zuversichtlich blickt das Management in die Zukunft. Gerresheimer plane das Geschäft mit Standardverpackungen aus Glas und Kunststoffen in den Schwellenländern auszubauen, sagte der neue Unternehmenschef Christian Fischer in einer Telefonkonferenz. Denn es werde ein überproportionales Wachstum in Asien und Südamerika erwartet. Mit Zuwächsen im Geschäft mit komplexeren Produkten rechnet Finanzchef Rainer Beaujean in Europa und den USA.

Am 1. September hatte der BASF-Manager Christian Fischer den Gerresheimer Chefposten von Uwe Röhrhoff übernommen. Dieser hatte bereits vor längerer Zeit angekündigt, dass er über seinen Vertrag hinaus nicht zur Verfügung stehe.

Das Unternehmen aus Düsseldorf stellt mit rund 10.000 Mitarbeitern vor allem pharmazeutische Verpackungen her, aber auch Tiegel und Fläschchen für die Kosmetikindustrie sind im Programm.

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