Gucci strebt 10 Milliarden Euro Umsatz an

Gucci, der Hauptumsatzträger der Kering Gruppe, hat sich zum Ziel gesetzt, doppelt so schnell wie der Luxusmarkt zu wachsen und einen Umsatz von 10 Milliarden Euro zu erreichen. Die florentinische Marke will so mit Louis Vuitton konkurrieren, der weltweit führenden Luxusmarke von LVMH, deren Umsatz von Analysten auf über acht Milliarden Euro geschätzt wird.

Cruise Sow 2019, am 30. Mai 2018 - REUTERS/Jean-Paul Pelissier

Laut einer Präsentation, die am Donnerstag auf der Website von Kering im Rahmen einer Investorenkonferenz in Florenz veröffentlicht wurde, strebt Gucci ebenfalls eine Steigerung der Rentabilität an und hat sich das langfristige Ziel gesetzt, 40 % der operativen Marge zu übertreffen.

Die Marke, die ein außergewöhnliches und beispielloses Wachstum in der Welt des Luxus gezeigt hat, hat die von ihrem Manager im Juni 2016 gesetzten mittelfristigen Ziele weit übertroffen und will ihre Position stärken. Sie geht davon aus, dass sie doppelt so schnell wie der Luxusmarkt wachsen kann, der nach Schätzungen von Bain & Co. im Jahr 2017 bei konstanten Wechselkursen um 6 % gewachsen ist.

Anfang 2015, nach zwei Jahren des Rückgangs, wurde Guccis Führung von Marco Bizzarri, ehemaliger Manager von Bottega Veneta, übernommen und konnte unter der kreativen Leitung des Designers Alessandro Michele eine spektakuläre Wende vollziehen.

Nachdem der Umsatz im Jahr 2016 um 13 % gestiegen war und 2017 um 45 % explodierte, setzte Gucci im ersten Quartal 2018 seinen Wachstumskurs fort und übertraf alle Erwartungen mit einem organischen Wachstum von 49 % trotz besonders hoher Vergleichswerte. Sein Umsatz lag 2017 bei 6,2 Milliarden Euro. Die operative Profitabilität, die im Jahr 2017 34,2 % erreichte und die Prognose von 30 % im Jahr 2016 deutlich übertraf, dürfte im Jahr 2018 höher sein als die von Analysten erwarteten 35,4 %, hatte der Finanzvorstand von Kering im April bei der Veröffentlichung der Quartalsumsätze des Konzerns angegeben.

Marktanteilsgewinne

Der Quadratmeterumsatz der Marke, ein Maß für den Erfolg einer Markenstrategie, könnte 45.000 Euro erreichen, nachdem 2017 die 30.000er-Marke überschritten wurde. Branchen-Riesen, wie Louis Vuitton, liegen bei 45.000 Euro, während sich Hermès nach Schätzungen von Analysten in einem Bereich zwischen 60 und 70.000 Euro bewegt.

Gucci gewinnt weiter Marktanteile, was auf den Erfolg des extravaganten und barocken Stils seines Designers, die Überarbeitung seines Filialnetzes, die Neugestaltung seiner Logistik und eine hochwirksame digitale Strategie zurückzuführen ist, die es ihm ermöglicht hat, seinen Kundenkreis erheblich zu verjüngen. Die "Millennials" (18-35 Jahre) machen mittlerweile mehr als die Hälfte des Umsatzes aus und der Online-Verkauf nimmt zu. Schließlich könnte E-Commerce rund 10 % des Umsatzes der Marke ausmachen.

Gucci hat darüber hinas sein Angebot erfolgreich ausgebaut, indem es jungen Luxuskunden leichter zugängliche Produkte anbietet und seine Herren- und Accessoires-Linien erweitert.

Nach einer solchen Explosion sind die Bindung neuer Kunden und die mittelfristige Entwicklung der kreativen Gestaltung eine große Herausforderung für die Marke.

Die Kering Aktie ging nach der Vorstellung von Guccis Zielen kurzzeitig wieder ins Grüne, ohne jedoch ihren Höchststand zu Beginn der Sitzung (503 Euro) zu erreichen. Um 12:07 Uhr fiel sie wieder um 1,54 % auf 491,7 Euro. Sie konnte am Dienstag ein historisches Hoch mit 504,20 Euro verzeichnen.

Übersetzt von Felicia Enderes

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