Haute Couture Modewoche: Paris bereitet sich auf eine straffe Saison vor

Haute Couture sollte man sich als den Honigtopf der Modewelt vorstellen: Ein einzigartiger französischer Nektar, der eine große Anzahl an Couturiers, Designern, Marken und Veranstaltungen zu einem 5-tägigen Event nach Paris lockt. Diesen Samstag geht es wieder los und es wird vermutet, dass es vielleicht eine der bestbesuchten Saisons seit Jahrzehnten wird.



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Proenza Schouler - Fall-Winter2017 - Womenswear - New York© PixelFormula © PixelFormula © PixelFormula © PixelFormula - © PixelFormula

Noch vor einem Jahrzehnt beschwor Pierre Bergé den Tod der Couture herbei, als eine Generation an Stars wie z.B. Yves Saint Laurent, die Bühne verließen. Dennoch, der offizielle Veranstaltungskalender des Chambre Syndicale, dem Dachverband für französische Mode, ist gefüllt mit 37 Modenschauen, verteilt auf 120 aktionsgeladene Stunden, noch nicht mitgezählt etwa 20 Schauen außerhalb des Kalenders. Einigen Kalkulationen zufolge gibt es weniger als 2.000 tatsächliche Couture Kunden auf der Welt, dennoch träumt jeder Designer davon Haute Couture zu zeigen – zur Skulptur erhobene Schneiderkunst in Zusammenspiel luxuriöser Finesse.
 
Ironischerweise sind zwei der begehrten Schauen streng genommen nicht Couture, sondern Ready-to-Wear. Die Rede ist von Poenza Schouler, dem Liebling der New Yorker Fashion-Crowd, und Rodarté aus Los Angeles. Zwei amerikanische Häuser, die zum ersten Mal auf den Pariser Laufstegen zu sehen sind.
 
Das Proenza Schouler Duo Jack McCollough und Lazaro Hernandez, soll am Sonntag, 2. Juli um 11h, zeigen. Im Anschluss daran veranstaltet die neue Luxus-Website von LVMH @ 24Sevres, einen Sonntags-Cocktail für die beiden Herren – zur Feier ihres Frankreich-Debuts. Rodarté, ohne Frage ein großes Modehaus mit Sitz in Kalifornien, überspringt die New Yorker Fashion Week, um ihre Herbst-Kollektion 2017 einer ausgewählten Gruppe an Käufern und Journalisten in Paris zu zeigen. Zu den Amerikanern gesellen sich noch drei weitere, vom Chambre eingeladene „Gast-Mitglieder“, um ihre Kollektionen zu zeigen: Ronald van der Kemp, Azzaro und A.F. Vandevorst.

"Diese Einladungen sind erst nach sorgfältiger Prüfung durch das Chambre Couture Committee genehmigt und ausgesprochen worden. Wir haben Aspekte wie die Qualität ihrer Ateliers und handwerkliche Raffinesse mit in die Entscheidung einbezogen. Sie werden neue Impulse in die Couture bringen, einem Metier, das sich vielversprechend entwickelt", sagte der President des Chambre, Pascal Morand.



Selbstportrait by Karl Lagerfeld - Archiv
 
Der vielbeschäftigste Mann der Woche, wird ohne Zweifel Karl Lagerfeld sein. Zusätzlich zu seinen zwei Chanel Schauen am Dienstag, bekommt er von der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo, den Grand Vermeil de la Ville de Paris, verliehen. Die höchste von der Stadt Paris vergebene Ehrung für außergewöhnliche Verdienste um die französische Hauptstadt. Am Mittwochabend beendet Lagerfeld dann diese Saison, mit seiner aktuellen Pelz-Fantasie-Kollektion für Fendi.
 
Zuvor gibt es eine Überdosis an Couture bei der jährlichen Chambre Party im Petit Palais. Die Must-have Einladung am Montag ist für die Eröffnung der Ausstellung „Christian Dior – Couturier du Rêve“ – eine große Retrospektive zum 70. Geburtstag des Modehauses im Musée des Arts Décoratifs, Frankreichs wichtigstem Modemuseum, untergebracht in einem Flügel des Louvre.

Der Donnerstag steht ganz im Zeichen des Luxusschmucks. Am Place Vendôme, dem Ort mit der weltweit höchsten Dichte an Luxus-Juwelieren, zeigt eine Gruppe exklusiver Labels ihre funkelnden Kunstwerke, u.a. Chanel, Dior, Bulgari, Boucheron und Louis Vuitton.
 
Chaumet startet schon Sonntagabend mit ihrer „Soirée Parisienne“ – an einem geheimen Ort. Während junge Hipsters wie Gaia Repossi – LVHM hat seit letztem Jahr Anteile an ihrem Unternehmen – ihre Kreationen im Musée Picasso zeigen.
 
Mit großen Ansturm sollte man auch bei der Einweihung des Maison Chloé und bei der Vernissage einer echten Modefotografie-Legende, Guy Bourdin, rechnen. Noch nicht bekannt ist der Veranstaltungsort der Ralph & Russo After-Show Party am Montagabend mit dem vielversprechenden Titel Beasts & Beauties Ball. Ein Wörtchen mitreden will auch der Norweger Peter Dundas, früher Kreativdirektor bei Pucci und Roberto Cavalli, mit der Präsentation seiner ersten Signature-Kollektion.
 
Couture ist vor allem exotisch. Sie ist die United Nations der Modewelt. Z. B. Didit Hediprasetyo, der Sohn eines indonesischen Präsidentschaftskandidaten, Galia Lahav, der in Russland geboren wurde, aber in Israel lebt, oder Ewa Minge aus Polen, Patuna aus Georgien, Antonio Ortega aus Mexico, Ulyana Sergeenko aus Russland und dazu gleich sechs Italiener. Modelegende Armani zeigt seine Couture Kollektion Armani Privé an seinem Lieblingsort, dem Palais Chaillot und weil ihm sein Schönheitsschlaf sehr wichtig ist, wird der 82-Jährige, direkt nach der Schau mit seinem Privatflugzeug nach Hause fliegen.
 
„Die Anziehungskraft von Couture hat niemals nachgelassen. Sie ist Teil des Zeitgeists. Im Zeitalter der digitalen Revolution, in dem es nur um Effizienz und Geschwindigkeit geht, wollen Menschen immer noch Individualisierung und Saivor-faire. Sie verehren die handwerklichen Fähigkeiten – und wo wird dies besser gezeigt, als in der Couture“, so Pascal Morand, Executive President des Chambre Syndicale.
 


 

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