Henkel bleibt dank Zukäufen auf Wachstumskurs

Der Schwarzkopf-Hersteller Henkel dürfte dank Zukäufen auch im zweiten Quartal zweistellig gewachsen sein. Insbesondere die Übernahme des US-Waschmittelherstellers Sun im vergangenen Sommer für 3,2 Milliarden Euro dürfte einen großen Anteil am Umsatzzuwachs haben.

Zu Henkel gehören auch die Kosmetik-MarkenSchwarzkopf, Syoss und Dial. - Henkel

Auch in diesem Jahr hat Henkel zugeschlagen. Der größte der jüngsten Zukäufe war die Akquisition des Beschichtungsspezialisten Darex für knapp eine Milliarde Euro. Diese dürfte aber erst in den kommenden Quartalen in die Bilanz des Dax-Konzerns einfließen. Die Zahlen für das zweite Quartal legt Henkel am Donnerstag (10. August) vor.

Für die Monate April bis Juni erwarten Analysten eine Umsatz von 5,2 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von gut 12 Prozent entspricht. Aus eigener Kraft dürfte Henkel um 3,2 Prozent gewachsen sein. Das größte Plus dürfte Henkels wichtigste Sparte beisteuern, die Klebstoffe. Eine gute Nachfrage aus der Industrie erwies sich bereits im ersten Quartal als Wachstumstreiber. Nach oben dürfte es auch bei den Wasch- und Reinigungsmitteln gehen, obgleich in diesem Geschäft der Preiswettbewerb besonders stark ist. Henkel hat mit Marken wie Persil, Perwoll oder Pril aber starke Zugpferde im Rennen.

Am wenigsten abwerfen dürfte der Kosmetikbereich, in dem Henkel vor allem auf Haarpflege (Schwarzkopf, Syoss) setzt. Auch hier nimmt der Konkurrenzdruck zu und die Sparte dürfte aus Sicht der Baader Bank mittelfristig nur kleine Sprünge machen. Analyst Andreas von Arx findet daher, dass sich Henkel sein Portfolio genauer anschauen und sich von einigen Kosmetikmarken trennen sollte.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wird den Analystenschätzungen zufolge um 11,5 Prozent auf 913 Millionen Euro zulegen. Die operative Marge wird damit aber leicht auf 17,5 Prozent zurückgehen. Das liegt an dem Kauf des Sun-Geschäfts, das weniger rentabel ist und damit die Henkel-Marge verwässert. Konzernchef Hans Van Bylen hat die Finanzmärkte bereits darauf eingestimmt, dass sich der Preisdruck im weiteren Jahresverlauf verstärken wird und zudem die Rohstoffpreise anziehen.

Beim bereinigten Quartalsüberschuss rechnen die Experten mit einem Anstieg im Quartal von 9,2 Prozent auf 663 Millionen Euro. Je Aktie würde der Gewinn in etwa der gleichen Größenordnung auf 1,53 Euro zulegen. Das wäre ein größerer Anstieg als sich Henkel im Gesamtjahr zutraut. Schon im ersten Quartal hatte der Konzern die Zielmarke für 2017 von 7 bis 9 Prozent übertroffen.

Der Umsatz soll im laufenden Jahr aus eigener Kraft um 2 bis 4 Prozent zulegen, die bereinigte operative Marge auf über 17 Prozent klettern.

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