Hermès Frankreich: Umsatzwachstum zieht im dritten Quartal an

Das für seine Handtaschen bekannte französische Luxuslabel Hermès berichtet im dritten Quartal des Geschäftsjahrs von einem verstärkten Wachstum. Grund dafür seien der Erfolg der Parfüm- und Halstuchlinien der Marke. Auch in Europa und Amerika verbesserten sich die Ergebnisse.


Verstärkte Nachfrage aus Europa und Amerika - Photo: Hermès

Das französische Label, das für seine Luxushandtaschen und Seidentücher bekannt ist, erzielte von Juli bis September EUR 1,34 Milliarden Umsatz, das sind 11,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Hermès und andere Luxushäuser wie LVMH und Kering profitieren von der verstärkten Nachfrage aus China, was sich in starken Umsatzzahlen niederschlägt. Dies, obwohl der hohe Eurokurs die Kauflust von Europa-Reisenden dämpft und die in Euro umgerechneten Umsatzzahlen mindert.

Hermès stellt den Großteil seiner Luxusprodukte in Frankreich her, so auch die Handtaschen. Währungseffekte hätten den Umsatz in den ersten neun Monaten des Jahres um 25 Millionen Euro geschmälert, der Gesamtumsatz beträgt EUR 4,05 Milliarden.

Das Unternehmen wiederholte jedoch, dass die Ergebnisse aus dem ersten Halbjahr und insbesondere die hohen Margen nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden können, da die Wirkung bestimmter Währungssicherungsinstrumente nachlasse.

Doch bleibt Hermès optimistisch und geht davon aus, dass die vergleichbaren Umsatzzahlen der absatzstärksten Abteilung – der Lederwaren – 2017 um 10 Prozent zunehmen. Das Wachstum in dieser Kategorie verlangsamte sich im Vergleich zum zweiten Quartal jedoch leicht.

Wachstumstreiber war hingegen die etwas kleinere Duftabteilung, insbesondere mit der Einführung des neuen Damenparfüms Twilly. Auch die Bekleidungssparte blickt auf eine robuste Entwicklung zurück.

Im größten Absatzmarkt, Asien, konnte das Wachstum an das Niveau im zweiten Quartal anknüpfen. "In Festlandchina beschleunigte sich das Umsatzwachstum mit einer sehr erfreulichen Dynamik, wie in der ganzen Branche festzustellen ist", freute sich CEO Axel Dumas. Er fügte hinzu, dass auch südostasiatische Länder wie Malaysia gute Ergebnisse vorweisen.

Analysten waren im Vorfeld von einem bescheideneren flächenbereinigten Wachstum in Höhe von 8,5 Prozent ausgegangen, wobei Währungsschwankungen ausgeklammert wurden. Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen ein Wachstum von 8,3 Prozent.

An der Börse kletterte der Titel zum Handelsbeginn um 1,3 Prozent in die Höhe. 2017 verbesserte sich der Börsenwert des Unternehmens bisher um rund 15 Prozent.


"Unter dem Strich ergibt sich erneut ein solides Quartal für Hermès", kommentierte RBC-Analyst Rogerio Fujimori.

Hermès braucht außerdem mehr Personal für seine neuen Lederateliers, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Weiterer Fokuspunkt ist, wie auch bei zahlreichen Konkurrenten, der Ausbau der Onlinepräsenz. Die kanadische und amerikanische Website wurde gänzlich überarbeitet, die Neuauflage der europäischen Version wird nächstes Jahr erwartet.
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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