Hermès ehrt Leïla Menchari in Paris

Hermès bereitet für den Herbst eine bedeutende Ausstellung über die Welt von Leïla Menchari vor. Menchari ist eine zentrale Figur in der Geschichte des Modehauses, denn sie erfand, gestaltete und realisierte 35 Jahre lang die Dekors für dessen Schaufenster. Mit „Hermès à tire-d’aile – les mondes de Leïla Menchari“ wird es im Pariser Grand Palais vom 8. November bis 3. Dezember 2017 eine Hommage an ihr Werk geben.

ph Edouard Boubat
 
Die Szenografie wurde von Nathalie Crinière kuratiert, die die Ausstellung in acht Szenen gegliedert hat, die die zauberhaften Dekors der Künstlerin aufgreifen. Die Ausstellung führt den Besucher mitten in die fantastische und poetische Welt der Dekorateurin. Leïla Menchari war auch für ihre Reisen in den Orient bekannt, wo sie oft ganz unerwartete Objekte entdeckte.

„Maler, Bildhauer, Ledermacher, Korbflechter, Steinhauer, Glasbläser … unzählige Kunsthandwerker begleiteten die Designerin auf ihrem Weg und schufen hochwertige Gegenstände und Dekors für ihre überraschenden, fantastischen und spektakulären Schaufenster“, so Hermès.
 
Leïla Menchari studierte zunächst in Tunis bildende Kunst, bevor sie sich in Paris an der Ecole Nationale Supérieure des Beaux-Arts ausbilden ließ. Ihre Begeisterung für Stoffe führte sie zur Mode, wobei sie nebenbei als Model für Guy Laroche arbeitete. 1961 klopfte sie bei Hermès an, mit ihren Zeichnungen unter dem Arm. Die zu diesem Zeitpunkt für die Schaufenstergestaltung verantwortliche Annie Beaumel gab ihr folgende Aufgabe: „Bringen Sie Ihre Träume aufs Papier!“
 
Die junge Künstlerin aus Tunis ließ sich nicht zweimal bitten, und ließ ihrer Fantasie freien Lauf. Sie begann als Annie Beaumels Assistentin, bevor sie 1978 ihre Nachfolge antrat. Zu diesem Zeitpunkt übernahm sie auch die Führung des „Comité couleurs de la soie“ und überblickte in dieser Funktion unter anderem die Farbpalette der berühmten Hermès-Seidentücher.
 
Bis 2013 war es ihre schwierige Aufgabe, die berühmten Schaufenster des historischen Hauptsitzes von Hermès an der Faubourg Saint-Honoré 24 viermal pro Jahr neu zu dekorieren. 2014 trat sie in den Ruhestand und übergab das Ruder Antoine Platteau.
 
Hermès ph Véronique Mati

„Ich wollte eine authentische Präsentation, ehrlich sollte sie sein. Ich war auch von Herzen gerne surrealistisch, aber immer mit wahren Dingen, in denen sich die Menschen erkennen konnten. Es musste zugleich unerwartet, ungewohnt und überraschend sein und die Passanten ansprechen“, resümierte Leïla Menchari in einer Mitteilung.
 
Anlässlich der Ausstellung wird auch das Buch „Leïla Menchari, la Reine Mage“ (z. dt.: „Leïla Menchari, die Heilige Königin“) veröffentlicht. Das 432-seitige Werk von Michèle Gazier mit 147 Illustrationen wird in Zusammenarbeit mit Actes Sud herausgegeben.
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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