International Woolmark Prize: Bekanntgabe der europäischen Finalisten

Woolmark hat an diesem Dienstag in London die Namen der vier Gewinner des europäischen Halbfinales des Internationalen Woolmark Prize bekannt gegeben, bevor ein weiteres Halbfinale Ende dieser Woche in New York stattfindet.

Gewinner des Halbfinales Daniel Fletcher und Nicholas Daley

Die Gewinner waren die beiden britischen Menswear Designer Nicholas Daley und Daniel Fletcher sowie Edward Crutchley, der sowohl Damen- als auch Herrenmode kreiert, und der Schwede Saif Bakir von Cmmn Swden.

Auch französische und niederländische Designer nahmen an diesem europäischen Halbfinale teil.

Die anderen Halbfinalsieger sind Angel Chen und Zhi Chen von I-Am-Chen aus China, Yohei Ohno aus Japan und der Südkoreaner Mooyeol Lee von Youser, der letzte Woche das Halbfinale in Hongkong gewann.

Die Designer werden nun alle an ihren Kollektionen für das Finale Anfang nächsten Jahres arbeiten.

Daley und Fletcher schienen nach der Verleihung ihrer Halbfinal-Trophäen durch Jefferson Hack geradezu schockiert über ihre Siege, waren aber begeistert von der Aussicht, ihre Konzepte zu echten Produkten weiterzuentwickeln.

"Es ist überwältigend, ich habe es gar nicht erwartet. Vorerst haben wir nur Prototypen mit Stoffmustern erstellt, und ich freue mich schon auf den nächsten Schritt!", sagte Nicholas Daley.

Auch Fletcher zeigte sich überwältigt. "Ich kann es nicht glauben. Es ist großartig zu sehen, dass die Richter gesehen haben, was ich tue und zu wissen, dass diese Menschen, die ich so lange respektiert habe, an mich glauben."

EXPANSION, PRESTIGE UND EIN POSITIVES VORBILD

Das Woolmark Award Final bedeutet diesen beiden Schöpfern, die sich noch in der Anfangsphase ihrer jeweiligen Aktivitäten befinden, viel.

Daley gründete sein Label vor vier Jahren und Fletcher erst vor drei Jahren, beide kommen frisch von der Universität (in beiden Fällen Central Saint Martins).

"Es ist wirklich wichtig, dass es solche Programme gibt. Das gibt mit die Freiheit, meine Kollektion entwickeln", erklärt Daniel Fletcher, der darauf hinweist, dass der Alltag eines Designers an der Spitze seiner eigenen Marke eigentlich weniger kreativ ist als viele es sich vorstellen. "Es gibt jeden Tag so viele Dinge zu tun, dass ich nicht unbedingt die Zeit habe, zu experimentieren wie ich will."

Ein weiterer Vorteil dieses Wettbewerbs für beide Designer ist das Prestige, das sie seitens der Zulieferer gewinnen werden.

"Ich musste so viel recherchieren und so viele Lieferanten für diese Präsentation vergleichen", seufzt Daniel Fletcher. "Sie stimmten zu, mit mir zu arbeiten, weil sie wussten, dass ich am Woolmark Award teilnehmen würde. Es hat mir neue Türen geöffnet, und es ist schon sehr wichtig."

Daley stimmte zu. "Allein die Teilnahme am Woolmark Award bringt uns viel Prestige. Wenn ich gewinne, kann ich meinen Namen auf verschiedenen Märkten bekannt machen. "

"Natürlich wäre der finanzielle Aspekt großartig, aber die Reichweite und Bekanntheit ist auch wichtig. Es würde mir erlauben, meine kreativen Ideen weiter zu entwickeln und vielleicht etwas zu schaffen, was ich außerhalb des Woolmark Wettbewerbs nie getan hätte."

Ein internationales Halbfinale des Woolmark Prize steht noch bevor

Und Daley will nicht nur sein Geschäft vorantreiben, sondern auch seine wachsende Bekanntheit nutzen, um ein gutes Beispiel zu sein, sowohl in Bezug auf den "Versuch, sich für etwas einzusetzen und zu repräsentieren, was Herrenmode 2018 sein kann", als auch als positives kulturelles Vorbild. Insbesondere möchte er, dass junge Männer afrokaribischer Herkunft erkennen, dass es trotz der Schlagzeilen in den Medien, die sich auf Kriminalität konzentrieren, möglich ist, einen anderen Weg zu wählen.

"Hier geht es um berufliches und kreatives Wachstum", betont er, "aber die persönliche Entwicklung sollte nicht vergessen werden und diese Auszeichnungen können auch positive Vorbilder fördern."

Beide Designer haben sich auf diesem Gebiet definitiv qualifiziert. Fast zufällig fanden sie sich direkt nach ihrem Abschluss in kleinen Unternehmen wieder, ohne wirklich zu wissen, was sie als nächstes tun sollten, aber entschieden sich schließlich für den jetzigen Weg. Und es hat sich gelohnt, denn Daniel Fletchers Abschlusskollektion wurde bei der Eröffnungsfeier gekauft. Nach nur wenigen Jahren engagieren sich beide voll und ganz für ihren Beruf, haben aber auch ihre Sorgen. Eine der größten ist der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der EU.

"Der Brexit ist beängstigend", sagte Daley. "Es ist eine schwierige Situation, in der wir uns befinden, aber wir müssen vorwärts gehen und die Schwierigkeiten bewältigen."

Für ihn darf Brexit nicht das Ende des Handels mit dem Vereinigten Königreich bedeuten. "Ich benutze viele britische Stoffe, um die britische Handwerkskunst zu fördern, und mit dem musikalischen Element, das ich mit einbeziehe, auch die britische Kultur. Ich versuche, 2018 eine andere Seite Großbritanniens zu zeigen."

"Der Wandel kommt in der Regel von jungen Menschen, daher ist es an uns, zu hinterfragen, was heute geschieht. Das wird uns und die nächste Generation betreffen. "

Für Fletcher geht es vor allem um den Zugang Großbritanniens zu kreativen und unternehmerischen Talenten. "Ob es darum geht, meine Praktikanten oder meinen Studioleiter zu rekrutieren, als Teil der EU haben wir Zugang zu vielen qualifizierten Profilen", sagt er. "Es ist ein großes Risiko für mich und die britische Industrie insgesamt, keinen Zugang mehr dazu zu haben. Es wäre ein großer Schlag für das Vereinigte Königreich, und als Menschen in der Geschäfts- und Kreativwelt ist es an uns, unsere Ansichten darzulegen und den Menschen zu sagen, wie wichtig es für uns ist, Zugang zu Europa zu haben."

Übersetzt von Felicia Enderes

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