Ispo 2017 mit einem Austellerrekord und 462 Innovationen

2700 Aussteller in 16 Hallen sind laut Veranstalter ein neuer Rekord. Und auch auf der Besucherseite geht der Trend aufwärts: Schon jetzt seien mehr Karten (Tagesticket vor Ort: 39 Euro) verkauft als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahrs. Damals nutzten 83.000 Fachbesucher den Münchener Großmarkt für Freizeitaktivitäten zur eigenen Orientierung.


Auf dem Schnittpunkt zwischen Sport und Mode: die Ispo Munich - Foto: Ispo

„Ispo“ ist eine Abkürzung für „Internationale Fachmesse für Sportartikel und Sportmode“. Das hat ungefähr so viel Charme wie ein grauer, verregneter Wintertag in München, beschreibt aber exakt das, was die Ispo zu einem Erfolgsmodell gemacht hat. Sie spricht alle an. Die Sportler suchen hier nach den neusten Trends – in diesem Jahr ganz weit vorn: Männer-Yoga. Und auch die Textilindustrie hat eine immer Größer werdende Schnittmenge mit der Ispo Munich. Denn der Trend zu Street- und Athleisure-Wear haben Sneakers und Gymnastikhosen längst aus den Turnhallen befreit.

Laut den Marktexperten von Morgan Stanley wird der Athleisure-Markt im Jahr 2020 weltweit ein Volumen von 83 Milliarden US-Dollar haben. Kein Wunder, dass nahezu die Hälfte der Top-100 aus der Modebranche die Fühler in den Sportbereich ausgestreckt hat und umgekehrt Nike, Adidas und Co. mit ihrer globalen Kundschaft mittlerweile Modetrends setzen.


Warmes Füllmatgerial, wasserdichte Memebran, coller Oberstoff - Outdoor Mode zerlegt in ihre Bestandteile - Foto:Ispo

Das lockt eben auch Spezialisten wie Freudenberg Performance Materials Apparel zu einer Ispo. Das sind die Hersteller des Wunder-Futters vom Anfang dieses Textes, das aus der Sicht von Modemachern noch ganz andere Vorteile bietet: Es erlaubt den Kleidungsdesignern viel größere Freiheiten als Daunen. Die zu dem wegen Verstößen gegen den Tierschutz in den vergangenen Jahren in den Verruf geraten sind. Der General Manager Global Performance Materials Apparel, Ulrich Scherbel, hat hohe Erwartung an das neue Material: „Für uns ist es das Flaggschiff, das uns in den Markt tragen soll.“

Wichtig für Scherbel wie offenbar für viele andere ist die Aufmerksamkeit, die ein Produkt durch einen Ispo-Award bekommt. Eds ist sozusagen die Wild Card für einen Markteintritt, wie im zurückliegenden Jahr die koreanische Premium Outdoor Marke Blackyak erfuhr. Sie bekam damals gleich elf der begehrten Awards auf einmal und surft seither in Europa und Nordamerika von Erfolg zu Erfolg.


Auf der Suche nach Innovationen und Trends auf der Ispo. - Foto: Ispo

Es war schlicht der Lohn für Hartnäckigkeit, sagt der Mann hinter dem Erfolg. „Schon vor fünf Jahren haben wir auf der Ispo Munich ausgestellt, aber da waren wir noch der Paradiesvogel“, erinnert sich Maximilian Nortz, Managing Director International Business bei Blackyak. Damals sei man mit einer koreanischen Kollektion gekommen, mit sehr vielen Farben, die Akzeptanz sei da gewesen, „aber wirklich kaufen, wollte das nicht jeder.“ Zum Markteintritt vor einem Jahr habe man daher eine komplett eigenständige globale Auswahl an Jacken, Shirts und Hosen im Gepäck gehabt. Das hat funktioniert.

Und lockt Nachahmer. Für die „Textrends“ haben sich 600 Bewerber gemeldet und füllen mit ihren Vorschlägen allein eine ganze Halle. Wer im Messegetümmel den Überblick verliert, kann ihn ab Mitte Februar zurückgewinnen. Eine Woche nach Ende der Ispo Munich erscheint ein Trend-Überblick in Buchform mit 462 innovativsten Materialien der diesjährigen Ispo, drei Megatrends für die Saison Herbst/Winter 2018/19, fünf textilen Trends für Herbst/Winter, einem Chart der dann zu erwartenden Modefarben und einem Ausblick auf 2019/20. Das Ispo Trendbuch kostet 149,80 Euro.

Merbell Running Shoe mit Gelände-Sohlen - Foto: Ispo

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