JW Anderson. Von der Essenz zu Uniqlo

London Fashion Week: Wenn es einen einzigen größten Grund gibt, warum Mode-Insider nach London kommen, dann muss es sich darum handeln, die neueste Show von JW Anderson zu sehen. Dieser Star-Designer Jonathan Anderson, der eine sehr geschäftige Woche hat – auch nach seinen Standards gemessen.


JW Anderson - Frühjahr/Sommer 2018 - Womenswear - London - PixelFormula
 
Samstagmorgen präsentierte er den nur 250 begeisterten Anhängern seine Womenswear Frühjahr-/Sommerkollektion2018. Montagnachmittag wird er einen persönlichen Auftritt in Uniqlos Flagshipstore auf der Oxford Street zum Launch seiner Zusammenarbeit mit dem japanischen Einzelhandelsgiganten haben. Seine Kleidung wird dadurch in rund 2.000 Läden weltweit erhältlich sein.

Der erste im Yeomanry House, eine Mini-Militäreinrichtung im Zentrum von London! Vor einem Publikum aus starrblickenden Redakteuren, darunter Anna Wintour, schickte Anderson ein entschlacktes Statement seines Oeuvres raus. Der Nordire hatte das kurvenreiche Volant-Kleid zu seinem Markenzeichen gemacht, aber für heute hatte er die Proportionen, die Silhouette und die Detaillierung reduziert – und das Ergebnis war sowohl sehr kommerziell als auch sehr cool.

Witzig wie immer, verwendete er den nordirischen Leinenmacher John England in einigen wunderschönen Hosen und Shorts, verarbeitet unter seinem eigenen Namen. "Wir wollten etwas menschlich Geerdetes, was man in der Küche sehen könnte!", erzählte der Designer kichernd.

Anderson ist auch Londons kühnster Stoff-Innovator – wie er mit einer Reihe von tollen Leder-Looks bewies. Entweder von oben bis unten überbrüht oder mit Canvas bedeckt, bevor dieser Stoff wieder abgerissen wurde, um eine rohe Oberfläche zu schaffen. Er schneiderte zudem göttlich lange Kleider, die mit bauchigen Ledermanschetten verziert waren, hochgeschnallte, sportliche BHs (ironischerweise aus abgenutzten Leinenstoffen) und er verdiente sich ein intensives Gemurmel der Anerkennung für einen Eiscreme-farbenen, multi-gestreiften Sommermantel mit kontrastierenden Pailletten und aus trockenem Leder.

Alles vervollständigt durch sehr smarte Espadrille-Booties – Made in Italy – in verschiedenen Mischungen aus Leinen, Wildleder und Leder.

"In den letzten paar Saisons drehte sich alles um eine Feder hier und eine Kette dort. Diesmal geht es um Reduzierung, Reduzierung und Reduzierung.", sagte Anderson.

Andersons Name soll in dieser Woche in der Massenmode explodieren, mit seiner Kollaboration mit Uniqlo.

"Ich bin von Uniqlo besessen. Ich trage deren Kleidung täglich. Also war das für mich ein Kinderspiel. Ihre Qualität ist unglaublich.", erzählte Anderson.

Simon Whitehouse, der freudestrahlende CEO des Hauses fügte hinzu: "Wir werden in 2.000 Läden vertreten sein, was eine ziemlich groß Nummer ist. Ehrlich gesagt, wir werden jeden Tag für Kollaborationen angefragt, aber man muss vorsichtig sein. Aber wie könnte man bei Uniqlo nein sagen, oder?"

Uniqlo wird am Dienstag Bekleidungsstücke von Anderson in der bemerkenswerten Auflage von 1,7 Millionen – mit 50 Artikelnummern – auf den Markt bringen, sowohl im Internet als auch in der globalen Ladenkette erhältlich. Alles, von einem 25 Euro T-Shirt bis hin zu einem großen neuen Rucksack, wird einem globalen Publikum die Chance bieten, die Anderson-Ästhetik zu erwerben.

Whitehouses andere intelligent eingefädelte Partnerschaft ist eine Kollaboration mit Converse, die in diesem Sommer auf der Pitti enthüllt wurde und im Dezember in den Geschäften zu finden sein wird.
"Wir haben endlich ein echtes Budget für Anzeigen. Wir selbst können nur 45 Seiten pro Saison mit einem kleinen Budget buchen. Aber mit Uniqlo erreichen wir hier ein ganz anderes Level.", ruft der CEO begeistert aus.

Übersetzt von Elisa Gerlach

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