Karl Lagerfeld stellt Menswear neu auf

Die Marke Karl Lagerfeld rückte dieses Jahr an der Pitti Uomo in Florenz mit einem Großaufgebot an. Das Label errichtete einen großen Stand im zentralen Innenhof der Fortezza da Basso und nutzte die Gelegenheit, seine neue Strategie zu präsentieren. Der Hauptfokus liegt auf der Stärkung der Menswear und der Erweiterung des Angebots.


Sébastien Jondeau mit dem Karl Lagerfeld - Karl Lagerfeld

Die beiden Kollektionen Karl Lagerfeld und Lagerfeld werden in einer einzigen Linie zusammengefasst. "Dahinter steckt die Idee, das Menswear-Angebot der Aufstellung der Womenswear anzugleichen, mit einem stärker auf Mode und Sportswear ausgerichteten Ansatz. Der Umsatz der Womenswear hat die Menswear bereits vor zwei Jahren überholt und macht nun 70 Prozent des Gesamterlöses aus", so CEO Pier Paolo Righi im Gespräch mit FashionNetwork.com.

"Wir möchten das Herrenangebot stärken und fördern, damit es dieselben Möglichkeiten ausschöpfen kann, wie das weibliche Pendant. Parallel dazu möchten wir stärker auf die Stories eingehen, die um das Universum von Karl Lagerfeld entstanden sind. Die Berührungspunkte zwischen seiner Persönlichkeit und der Marke sollen vertieft werden", erklärt Righi weiter.

In diesem Sinne wurde an der Pitti Uomo die Capsule Collection Karl Lagerfeld curated by Sebastien Jondeau präsentiert, die vom persönlichen Assistenten und Leibwächter des Kreativdesigners entworfen wurde. Jondeau entwarf eine Männergarderobe mit einem sportlicheren Touch aus dreißig Kleidungs- und Accessoirestücken.

Weiteres Standbein dieses "Lagerfeld-Universums" ist das Lizenzgeschäft. Nach der Brillenlizenz mit Marchon, den Uhrenmodellen von Fossil, der Junior-Linie von CWF, den Parfüms von Interparfums, den Schmuckstücken von Swarovski und den Schuhen von Overland verkündete die Marke Karl Lagerfeld vor Kurzem ein Abkommen mit Giada. In Zusammenarbeit mit dem italienischen Luxus-Jeanshersteller, der bereits über die Herstellungs- und Vertriebslizenz von Jacob Cohën verfügt, soll eine neue Jeanslinie entstehen.

Vor zwei Jahren wurde außerdem eine spezifisch für den amerikanischen Markt produzierte Kollektion eingeführt – Karl Lagerfeld Paris. Anders als bei den europäischen Kollektionen, mit denen sich Karl Lagerfeld bevorzugt an Millennials richtet, charakterisiert sich die amerikanische Linie durch breitere Schnitte und ein älteres Zielpublikum. "Bereits zum zweiten Jahr in Folge erzielten wir 2017 im amerikanischen Markt einen Umsatz in Höhe von USD 80 Millionen (EUR 67 Mio.). Nach den USA sind unsere wichtigsten Abnehmer der Nahe Osten, Frankreich und Deutschland. Im vergangenen Jahr konnten wird ein Umsatzwachstum von 30 Prozent verzeichnen, bei vergleichbarem Konsolidierungsumfang waren es 17 Prozent", bekräftigt Righi abschließend.

Die Marke ist seit 2006 im Besitz des britischen Investmentfonds Apax Partners und überblickt ein Netzwerk von 95 Monobrand-Stores weltweit.
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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