Kauflust der Chinesen beschert LVMH abermals Rekordjahr

Dem Luxusgüterkonzern LVMH hat die wieder aufgeflammenten Kauflust der Chinesen im vergangenen Jahr reichlich Auftrieb gegeben. Vor allem dank des florierenden Geschäfts mit Mode, Handtaschen und Schmuck verdiente das Unternehmen glänzend und konnte abermals ein Rekordjahr hinlegen. Die Aktionäre sollen nun mit einer satten Dividendenerhöhung um 25 Prozent auf 5 Euro je Aktie verwöhnt werden, wie LVMH am Donnerstagabend nach Börsenschluss mitteilte. Für 2018 zeigte sich Konzernchef Bernard Arnault vorsichtig optimistisch.

Das Unternehmen mit Marken wie Louis Vuitton, Moet und Hennessy und Fendi verdiente unter dem Strich 5,1 Milliarden Euro. - Archiv

An der Pariser Börse legte die LVMH-Aktie am Freitagmorgen kurz nach dem Handelsstart um gut 3 Prozent auf 247 Euro zu. Das Papier hatte nach dem Anfang November erreichten Rekordhoch von 260,55 Euro etwas Federn lassen müssen. Doch trotz eines Abschlags von rund acht Prozent seitdem können die Anleger auf einen erfreulichen Kursverlauf in den vergangenen Jahren zurückblicken: Ende 2014 hatte die Aktie noch rund 120 Euro gekostet. Auch die Papiere des LVMH-Konkurrenten und Gucci-Besitzers Kering zogen am Freitag an.

"Wir haben von einem sehr dynamischen chinesischen Markt profitiert", sagte Arnault. Dies habe sich auch zu Anfang des Jahres fortgesetzt. Auch weltweit sei das Umfeld aktuell trotz des Gegenwinds durch den starken Euro und weltpolitische Unsicherheiten günstig. LVMH sei gut aufgestellt, um das hohe Wachstumstempo beibehalten zu können. Sein Ziel sei es, die weltweite Marktführerschaft des Konzerns im Luxussegment weiter auszubauen, betonte der Manager.

Im vergangenen Jahr war der Konzerngewinn sprunghaft gestiegen. Das Unternehmen mit Marken wie Louis Vuitton, Moet und Hennessy und Fendi verdiente unter dem Strich 5,1 Milliarden Euro - das waren 29 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Der Umsatz legte um 13 Prozent auf 42,6 Milliarden Euro zu. Analysten hatten bei Erlösen, Gewinn und Dividende jeweils weniger auf dem Zettel.

Auch im für die Branche wichtigen Weihnachtsgeschäft lief es gut: Von den rund 70 Konzernmarken waren es vor allem Vuitton-Handtaschen und Parfum von Dior, die unter den Tannenbäumen lagen.

China ist vor allem für die Luxusgüterkonzerne der wichtigste Markt. Aber auch viele chinesische Reisende kaufen auf ihren Auslandstouren gern hochwertige Produkte. Die Nachfrage aus dem Land war zwischenzeitlich jedoch stark eingebrochen, weil die chinesische Regierung der weit verbreiteten Korruption im Land nachging, bei der Parteifunktionären oder Geschäftspartnern üblicherweise auch teure Geschenke gemacht wurden.

Vom Ende der Nachfrageflaute in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hatten vor allem LVMH und Konkurrent Kering profitiert. Ihre Umsätze gingen dort steiler in die Höhe als bei kleineren Wettbewerbern. Beide Konzerne hatten aber auch kräftig investiert, um ihre Produkte dem Markt anzupassen. Außerdem wurde das Digitalgeschäft gestärkt. Das zahlt sich nach Einschätzung von Branchenbeobachtern nun aus.

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