Klebstoffe helfen Henkel in schwierigem Konsumumfeld

Der Persil, Schwarzkopf und Loctite Hersteller Henkel kann weiter auf sein Klebstoffgeschäft bauen. Eine starke Nachfrage insbesondere aus der Elektronikindustrie kurbelte im dritten Quartal den Umsatz der größten Tochter im Henkel-Reich an. Schwieriger hatten es da die verbrauchernahen Sparten. Mit Wasch- und Reinigungsmitteln erzielte Henkel nicht soviel wie von Analysten erhofft und in der Kosmetik macht sich der Verdrängungswettbewerb weiter bemerkbar. Seine Gesamtjahresprognose für den Gewinn hob Henkel indes an.

In der Kosmetik macht sich der Verdrängungswettbewerb für Henkel weiter bemerkbar. - Archiv

Die Aktie gab im frühen Handel mehr als 4 Prozent nach. Die Prognoseerhöhung überrasche nur bedingt, sagte ein Händler. Die Zahlen seien durchwachsen ausgefallen, an einigen Stellen hätten sich Analysten bessere Ergebnisse erhofft. Henkel-Chef Hans Van Bylen sprach von einem zunehmend herausfordernden Umfeld. Die Weltwirtschaft wachse nur moderat, die politischen Unsicherheiten hielten an und auf den Konsumgütermärkten sei der Preis- und Promotionsdruck weiterhin hoch. Der Manager geht nicht davon aus, dass sich die Marktlage schnell bessere. Einen negativen Einfluss im dritten Quartal hatten zudem Währungen wie der US-Dollar, die türkische Lira, das ägyptische Pfund oder der chinesische Yuan, die laut Finanzvorstand Carsten Knobel den Umsatz um rund 200 Millionen Euro schmälerten.

Die Konsumgüterhersteller liefern sich einen erbitterten Kampf um die Gunst der Kunden. Neben großen internationalen Herstellern wie Unilever, Procter & Gamble oder L'Oréal sorgen auch die Handelsketten mit ihren Eigenmarken für Konkurrenz. Einen negativen Einfluss im dritten Quartal hatten zudem Währungseffekte.

So stieg der Umsatz zwischen Juli und September insbesondere durch Zukäufe um 5 Prozent auf knapp 5 Milliarden Euro. Organisch (also ohne Übernahmen, Verkäufe sowie Währungseffekte) wuchs Henkel um 3 Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) verbesserte sich um 7,1 Prozent auf 897 Millionen Euro, was weniger war, als Experten erhofft hatten.

Unter dem Strich sorgten Restrukturierungskosten und Aufwendungen für die Integration für den zugekauften Waschmittelhersteller Sun Products für einen Rückgang beim Nettogewinn um gut 2 Prozent auf 564 Millionen Euro.
Besser als erwartet lief es für Henkel mit Klebstoffen. Die Düsseldorfer sind in diesem Bereich Marktführer und profitieren entsprechend von einem Aufschwung in der Industrie. Die Erlöse legten in diesem Bereich um 4,5 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu. Organisch lag das Plus darüber.

Mit Wasch- und Reinigungsmitteln wie Persil, Pril oder Perwoll wuchs Henkel um 10,6 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, was aber überwiegend Akquisitionen geschuldet war. Organisch betrug das Plus nur 1,8 Prozent, was bislang das schwächste Quartalswachstum in diesem Jahr war. Mit Kosmetikprodukten setzte Henkel 2,8 Prozent weniger um. Organisch ergab sich ein leichtes Plus von 0,5 Prozent.

Van Bylen erwartet nicht, dass sich an dem Marktumfeld bis zum Jahresende hin etwas ändert. "Die Rahmenbedingungen in der Konsumgüterindustrie werden weiter schwierig blieben", sagte er. Der negative Einfluss der Währungseffekte werde sich zunehmend verstärken. Den Umsatz will Henkel 2017 weiterhin aus eigener Kraft um 2 bis 4 Prozent steigern und die bereinigte operative Marge auf über 17 Prozent heben. Beim bereinigten Gewinn je Aktie zeigte sich der Konzern zuversichtlicher. Dieser soll nun um rund 9 Prozent zulegen. Zuvor hatte Henkel eine Bandbreite von 7 bis 9 Prozent angegeben.

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