Konsumgüterriesen Unilever und Nestle starten mit Zuwächsen ins Jahr

Die Konsumgüterkonzerne Unilever und Nestle haben ihre Umsätze im ersten Quartal gesteigert und ihre Jahresprognosen bekräftigt. Dabei schnitt die niederländisch-britische Unilever jedoch deutlich besser ab als Konkurrent Nestle.

Konsumgüterriesen Unilever und Nestle starten mit Zuwächsen ins Jahr - Foto: Unilever

Die Aktien beider Unternehmen können nach der Veröffentlichung der Umsatzzahlen am Donnerstagvormittag an der Börse zulegen. In der Schweiz gewinnt die Nestle-Aktie 0,6 Prozent an Wert. Die Unilever-Papiere legen in Amsterdam um 1,25 Prozent und in London um 1,42 Prozent zu.

Nestle verzeichnete zum Jahresauftakt ein eher maues Wachstum. Der Umsatz des Nahrungsmittel- und Getränkekonzerns stieg nur leicht um 0,4 Prozent auf 21 Milliarden Schweizer Franken (19,6 Mrd Euro). Dabei machte Nestle die schwache Konsumnachfrage in Nord- und Südamerika zu schaffen. Zudem konnte das Unternehmen bei seinen Kunden kaum an der Preisschraube drehen. Das Wachstum aus eigener Kraft – ohne Wechselkurseffekte sowie den Zu- und Verkauf von Unternehmensteilen – betrug 2,3 Prozent und lag damit etwas höher als von Analysten geschätzt.

Nestle-Chef Mark Schneider, ehemals Vorstandsvorsitzender beim deutschen Gesundheitskonzern Fresenius, sprach von "einem besonders herausfordernden Jahresbeginn". So gab es im Vorjahresquartal wegen des Schaltjahres einen Verkaufstag mehr. Zudem fiel das für den Umsatz wichtige Osterfest 2017 in das zweite Jahresviertel.

Unilever startete hingegen deutlich schwungvoller in das neue Jahr und profitierte von positiven Währungseffekten sowie einer guten Entwicklung in den Schwellenländern. Der Umsatz stieg um 6,1 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro. Aus eigener Kraft lag das Wachstum bei 2,9 Prozent. Dabei gelang es dem Konzern, stärkere Preiserhöhungen durchzusetzen, die den leichten Rückgang der Verkaufsmengen mehr als ausgleichen konnten.

Der Verkauf von Pflege- und Haushaltsprodukten entwickelte sich dabei besser als der Absatz von Lebensmitteln und Erfrischungen. Im Gegensatz zu Nestle ist Unilever auch stark in der Haut- und Haarpflege sowie im Geschäft mit Reinigungsmitteln aktiv, das mehr als die Hälfte zum Gesamtumsatz beiträgt.
"Wir sind im ersten Quartal stärker als der Markt gewachsen", sagte Vorstandsvorsitzender Paul Polman. Dies liege in anhaltenden Investitionen in neue Produkte sowie in Marken begründet. Unilever stellt etwa Knorr-Gerichte, Magnum-Eis, aber auch Domestos-Toilettenreiniger her.

Polman steht nach der Abwehr eines feindlichen Übernahmeversuchs durch den US-Konsumriesen Kraft Heinz unter Druck und hat Unilever einen Umbau verordnet, um das Unternehmen rentabler zu machen. So will er die Sparten für Lebensmittel und Erfrischungen zusammenlegen. Vom Geschäft mit Brotaufstrichen wie Rama und Lätta will sich Unilever trennen. Zudem soll das Sparprogramm verschärft und das Werbebudget gekappt werden, auch die niederländisch-britische Doppelstruktur steht auf der Kippe.

Unilever habe sich in schwierigen Märkten gut geschlagen, schrieb Analyst Neil Wilson vom Handelshaus ETX Capital. Dennoch müsse das Unternehmen Wege finden, seine Umsätze und Margen zu steigern, um Investoren zufriedenzustellen.
Unilever will im laufenden Jahr einen größeren Teil seiner Erlöse in Gewinn umwandeln. So soll die operative Marge um mindestens 0,8 Prozentpunkte steigen. Der Umsatz soll organisch um 3 bis 5 Prozent wachsen. Dabei zeigte sich das Management des niederländisch-britischen Konzerns etwas zuversichtlicher als Konkurrent Nestle. Dessen Führung traut sich ein organisches Wachstum von 2 bis 4 Prozent zu und erwartet zu konstanten Wechselkursen eine lediglich stabile operative Rendite.

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