LVMH profitierte 2017 von Gewinnsprung bei Louis Vuitton

Mit der Veröffentlichung seiner Jahresergebnisse löste der französische Luxuskonzern auch an der Börse eine gewisse Euphorie aus, der Aktienwert von LVMH stieg am nächsten Börsentag um mehr als 5 Prozent. Die Rekordergebnisse des letzten Jahres verdankt die Gruppe vor allem der Modebranche. "Für die Sparten Mode und Lederwaren war 2017 ein hervorragendes Jahr, der Umsatz verbesserte sich um 21 Prozent (organisch: 13 Prozent) auf EUR 15,47 Milliarden", freut sich der CFO des Luxuskonzerns, Jean-Jacques Guiony. Anzumerken gilt, dass die Dynamik im vierten Quartal etwas abflaute, in den letzten drei Monaten betrug das organische Wachstum lediglich 10 Prozent.


Bernard Arnault - FashionNetwork.com ph DM

Im vergangenen Geschäftsjahr erweiterte sich das Portfolio von LVMH um die Unternehmen Rimowa und Christian Dior Couture (ab Juli), wodurch die Veräußerung von Donna Karan im Dezember 2016 wettgemacht werden konnte. Diese Veränderung des Konsolidierungskreises habe sich " in der Größenordnung von 6 bis 7 Prozent sehr positiv" auf den 27-prozentigen Anstieg des Gewinns aus laufender Geschäftstätigkeit ausgewirkt. Dieser lag 2017 bei EUR 4,9 Milliarden, wobei die Marge im Bereich Mode und Lederwaren 31,7 Prozent betrug.

Dadurch konnten auch negative Wechselkurseffekte aufgefangen werden, die dennoch "spürbare Auswirkungen" auf die Rentabilität des Konzerns hatten, so der CFO bei der Veröffentlichung der Jahresergebnisse.

Laut CEO Bernard Arnault lassen sich die hervorragenden Ergebnisse nicht nur "durch einen attraktiven Markt und ein günstiges Wirtschaftsklima" erklären, die alle Marken gestärkt habe, sondern auch durch "die Fähigkeit unserer Marken, kreative und innovative Produkte auf den Markt zu bringen". "Denn das war angesichts der Produktions- und Time-to-Market-Anforderungen nicht immer einfach".

Einmal mehr war das Vorzeigelabel Louis Vuitton das Zugpferd des Konzerns. "Die Marke hat Fortschritte gemacht. Wir könnten den Umsatz deutlich steigern, wenn wir den Absatz in die Höhe treiben würden, aber das tun wir nicht. Wir wollen nichts überstürzen. Unser Ziel ist es, im Zehn-Jahres-Horizont und auch darüber hinaus weiterhin zu den begehrtesten Marken zu zählen. Deshalb gilt es, vorsichtig zu sein und sich vor gewissen Trends in Acht zu nehmen. Wir streben ein Gleichgewicht zwischen Modernität und Zeitlosigkeit an, und setzen dabei bei allen Louis Vuitton-Produkten selbstverständlich auf Spitzenqualität", so Arnault weiter.

Es handle sich um die "einzige Marke der Welt, die keine Schlussverkäufe kennt". Durch den Verzicht auf Sonderaktionen und Outlets konnte Louis Vuitton seine Attraktivität bewahren. Durch die Verlangsamung des Eröffnungsrhythmus’ steigerte der Konzern außerdem die Rentabilität der bestehenden Verkaufsflächen. Bernard Arnault bekräftigt: "Es sind die hochwertigsten Produkte die besonders gut funktionieren und das Wachstum von Louis Vuitton erklären. Dazu zählen Schmuck, exotische Lederwaren und das erweiterte RTW-Angebot".

"Louis Vuitton kontrolliert seine gesamte Vertriebskette. Das ist eine hervorragende Strategie für das Markenimage und die Rentabilität. Natürlich kann das nicht überall so gehandhabt werden, doch möchten wir diese Strategie nach Möglichkeit bei allen starken Marken umsetzen, so beispielsweise bei Dior. Ziel ist es, das Label Schritt für Schritt vom Großhandel zu entfernen, um sich dem Business Model von Louis Vuitton anzunähern", so der CEO weiter.


Kate Moss an der letzten Louis Vuitton-Show - © PixelFormula

Über die Aufnahme von Christian Dior im Portfolio des Konzerns zeigte sich Arnault erfreut. Dadurch könne "bei Kleidung und Kosmetika eine noch einheitlichere Strategie verfolgt und bestimmte Geschäftsvorgänge erleichtert" werden. Im Jahr 2017 erzielte das Luxusmodehaus bei einem Umsatz in Höhe von EUR 2,23 Milliarden EUR 353 Millionen Gewinn.

Zweites Schwerpunktprojekt für das kommende Jahr ist die Marke Céline, mit der LVMH große Ziele verfolgt. Nach der Berufung von Designer-"Superstar" Hedi Slimane zum Kreativdirektor ist Bernard Arnault entschlossen, Céline zu "einer der größten Marken weltweit" aufsteigen zu lassen. "Wir haben alle Karten in der Hand, um den Umsatz in Fünfjahresfrist auf EUR 2 bis 3 Milliarden zu verdoppeln bzw. zu verdreifachen".

Nur eine Marke trübt die Bilanz: Marc Jacobs. "Es wurden tiefgreifende Maßnahmen ergriffen und umgesetzt und diese tragen erste Früchte, wie die Ergebnisse in unseren eigenen Stores zeigen. Aber der Vertrieb ist noch äußerst eingeschränkt und es ist schwierig, die Käufer im Großhandel an Bord zu bringen. Wir sehen zwar gewisse Fortschritte, doch sind wir noch relativ weit von einer Rückkehr zur Rentabilität entfernt", gibt Jean-Jacques Guiony zu und erklärt abschließend: "Wir sind noch nicht an unserem Ziel angekommen, doch die bislang erzielte Verbesserung ist vielversprechend".
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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