Lederwaren und Kofferindustrie packt deutliches Umsatzplus ein

Soeben hat Hauptgeschäftsführer Manfred Junkert einen Tarifvertrag für die Schuh-/Lederwarenindustrie (HDS/L) unterschrieben. Die Beschäftigten bekommen seit dem 1. März 2 Prozent mehr. Hat die Gewerkschaft schlecht verhandelt? Auf eine solche Frage würde Junkert mit einem deutlichen „Nein“ antworten. Denn unabhängig von den Geschäften in diesem Jahr muss die Schuh-/ und Lederwarenindustrie zum 1. März 2018 weitere 0,7 Prozent mehr an Löhnen und Gehältern überweisen.


Manfred Junkert: Weiterhin gute Aussichten bei Lederwaren und Koffern - Foto: HDS/L

Außerdem gilt das stabile Plus längst nicht für Unternehmen der Branche. Vor allem das Auslandsgeschäft legte mit plus 9,8 Prozent auf 163 Millionen Euro überproportional deutlich zu. Die Umsätze im Inland stiegen um 1,5 Prozent auf 388 Mio. Euro.

Die gute Entwicklung in der Branche spiegelt sich in der Zahl der Beschäftigten wieder, die 2016 um 1,9 Prozent auf 1.318 stieg. Allerdings handelt es sich hierbei nur um die von der amtlichen Statistik erfassten Betriebe mit 50 oder mehr Beschäftigten. Die tatsächliche Zahl der Beschäftigten in der deutschen Schuh- und Lederwarenindustrie liegt mit rund 3.800 Personen weitaus höher.

Die Erzeugerpreise für Lederwaren sind 2016 im Durchschnitt um 1,2 Prozent gestiegen. Damit fiel der Anstieg niedriger aus als bei Schuhen und Bekleidung. 2016 blieb ein Jahr der niedrigen Inflation: Die gesamten Verbraucherpreise sind um durchschnittlich 0,5 Prozent gestiegen. Moderat war auch die Entwicklung bei Bekleidung und Schuhen mit 0,3 bzw. 0,6 Prozent Zuwachs. Die amtliche Statistik erfasst die Entwicklung der Verbraucherpreise von Lederwaren und Reisegepäck nicht gesondert.

Wie wird 2017?
Die deutsche Lederwaren- und Kofferindustrie blickt trotz vieler Unsicherheiten vorsichtig optimistisch ins Jahr 2017. Laut einer Umfrage des HDS/L rechnen 46,7 Prozent der befragten Unternehmen mit steigender Umsatzentwicklung. Getragen wird die Zuversicht überwiegend von der stabilen Konjunktur im Inland. Entsprechend planen 80 Prozent der Unternehmen Investitionen im Inland und im europäischen Ausland.

Nicht ganz so optimistisch fallen mit Blick auf die politischen Entwicklungen bei vielen wichtigen Handelspartnern wie Frankreich, Großbritannien und den USA die Erwartungen an den Außenhandel. Die Tendenz zunehmender Abschottung nationaler Märkte mit der Einführung neuer Handelshemmnisse gefährdet das Absatzpotential im Ausland und Inland gleichermaßen. So erwarten laut HDS/L-Umfrage 53,3 Prozent der Hersteller 2017 ein stagnierendes oder rückläufiges Exportgeschäft.

Copyright © 2017 FashionNetwork.com Alle Rechte vorbehalten.

Mode - AccessoiresMode - SchuheLuxus - AccessoiresLuxus - SchuheBranche