Lidl öffnet bereits im Sommer erste US-Filialen

Der deutsche Discounter Lidl will früher als geplant auf den US-Markt expandieren. Schon im Sommer sollen die ersten 20 Filialen in Virginia, North und South Carolina öffnen – und nicht wie ursprünglich geplant in 2018. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.


Schon im Sommer sollen die ersten 20 Lidl-Filialen in Virginia, North und South Carolina öffnen. - Lidl

Damit geht die Expansion des Aldi-Rivalen deutlich schneller vonstatten als ursprünglich geplant. Die ersten Lidl-Supermärkte sollen in den Bundesstaaten Virginia sowie North Carolina und South Carolina entstehen. Innerhalb eines Jahres will der Discounter bis zu 100 Läden eröffnen und damit etwa 4.000 neue US-Arbeitsplätze schaffen.

"Der Einzelhandel bereitet sich auf den Markteintritt von Lidl vor, da schläft niemand, sie nehmen es ernst", sagte Milos Ryba vom Einzelhandelsanalyse-Unternehmen IGD, der vor der Bekanntgabe des nach vorn gezogenen Termins befragt wurde.

Eigentlich hatte das Unternehmen seinen Markteintritt in die USA erst für 2018 angekündigt. Im Juni 2015 hatte Lidl bekanntgegeben, seine US-Firmenzentrale in Arlington, Virginia, aufzuschlagen, um die Weichen für den Einstieg in den US-Markt stellen zu können.
Erzrivale Aldi ist bereits seit 1976 in den Vereinigten Staaten vertreten. Erst vor wenigen Tagen hatte die Kette angekündigt, 1,6 Milliarden Dollar (1,51 Mrd. Euro) in sein US-Geschäft zu stecken und das Filialnetz bis Ende 2018 von derzeit rund 1.600 auf fast 2.000 Läden ausbauen zu wollen.

Discount-Marktführer ist das US-Unternehmen Walmart, dem die zusätzliche Konkurrenz durch Lidl auch nicht gefallen dürfte. Zudem fürchtet sich die Branche vor den Einfuhr-Plänen des neuen US-Präsidenten Donald Trump.

Lidl mit Hauptsitz in Neckarsulm, hat nach eigener Auskunft in Europa rund 10.000 Filialen in 27 Ländern. Der Konzern erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz in Höhe von 64,6 Milliarden Euro, davon 19,3 Milliarden Euro in Deutschland. Seit diesem Monat hat das Unternehmen mit Jesper Hojer einen neuen Chef bekommen. Das Unternehmen ist in Besitz von Dieter Schwarz, Sohn von Lidl-Gründer Josef Schwarz, der laut der internationalen Reichen-Liste der reichste Deutsche ist.

Übersetzt von Melanie Muller

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