Londons Modewoche will von Olympia-Begeisterung profitieren

Burberry - Spring 2012. (Bild Pixel Formula)

London (dpa) - Wer in diesem Sommer nichts von London mitbekommen hat, der muss abgeschieden leben. Mit den Olympischen Spielen, den Paralympics, dem 60. Thronjubiläum von Königin Elizabeth II. und all dem Drumherum, das die Stadt dazu organisierte, stand London 2012 im Herzen der Weltaufmerksamkeit. Nach dem «Sommer aller Sommer» kommt mit dem Beginn des Herbstes nun auch wieder die Modewelt in die britische Hauptstadt. Die Fashion Week hofft darauf, vom London-Hype profitieren zu können. Beginn ist am Freitag (14. September), die Schauen enden am Dienstag.

Zwar ist die Londoner Modewoche im internationalen Vergleich längst kein Stiefkind mehr. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Modeszene der Stadt als Quelle exzentrischer Ideen und kaum tragbarer, aber dafür kreativer Kleidung galt. Doch hinter New York, Mailand und Paris steht London weiter zurück. Die ganz großen Namen zeigen woanders. Selbst britische Erfolgsdesignerinnen wie Stella McCartney und Victoria Beckham zieht es nicht nach Hause. Vivienne Westwood und Alexander McQueen haben ihre kleineren, jüngeren Kollektionen in London, das Großprogramm aber läuft anderswo.

Dabei wurde die britische Hauptstadt zuletzt im zweiten Jahr in Folge bei der jährlichen Studie eines US-Instituts zur Modehauptstadt der Welt gekürt. Dabei wurde unter anderem ausgewertet, wie oft London in Modeblogs, Zeitschriften und anderen Medien genannt wurde. New York, Paris und Mailand fielen dahinter ab. Nach London geht es offenbar zum Shoppen und zum Ideen holen. Doch für viele Designer scheinen die anderen großen Modewochen weiter klangvollere Namen zu sein.

Zum Segen sondergleichen ist für die britische Modebranche die Unterstützung durch Prominente geworden, allen voran Herzogin Kate, Prinz Williams Frau. Designer wie Roksanda Ilincic, Erdem und Kane sind wegen Kate mittlerweile auch auf den Haupteinkaufsstraßen bekannt. Auch Promis wie die Frau des britischen Premierministers David Cameron, Samantha, die Frau von US-Präsident Barack Obama, Michelle, und Stars wie Lady Gaga oder Model Miranda Kerr tragen britisch. Mittlerweile steuert die Modebranche nach Angaben des British Fashion Council jährlich 21 Milliarden Pfund (etwa 27 Milliarden Euro) zur britischen Wirtschaft bei.

Gespannt darf man sein, ob sich die Designer selber ebenfalls vom London-Hype, von Olympia, der Queen und der Hochkonjunktur all dessen, was «very british» ist, inspirieren ließen. Über fünf Tage wird es 62 Laufsteg-Schauen und 20 Präsentationen geben, außerdem eine Ausstellung mit 110 Designern. Mit dabei sind unter anderem Jasper Conran, House of Holland, Paul Smith, Philip Treacy, Simone Rocha, Burberry Prorsum, Mulberry. Mehr als 5000 Besucher und Bestellungen im Wert von geschätzt 100 Millionen Pfund werden erwartet. Im Jahr, in dem «Made in Britain» einen besonderen Klang im Land hatte, soll das auch für die Mode gelten.

Von Britta Gürke, dpa

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