Louis Vuitton und Jeff Koons beleben den Kitsch

Willkommen zur Geburt des Luxus-Kitsch.
 
Der weltgrößte Luxus-Modekonzern Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH) schließt sich mit dem Mann zusammen, der den Rekord hält für den höchsten Preis, der je für ein Werk eines lebendigen Künstlers gezahlt wurde: Jeff Koons.


 

Aber anstatt die für ihn typischen „Metallic Balloon Dogs“ – für die er noch immer den  Auktionsrekord von 58,4 Millionen US-Dollar hält – oder eines riesigen „Topiary White Terrier Puppy“, hat Koons eine Reihe von Taschen und Zubehör für LVMH  künstlerisch aufgepeppt, die ab dem 28. April erhältlich sind.
 
Koons spielt dabei schamlos auf seine eigenen Serie "Gazing Ball" an, bei der er blaue Metallkugeln auf Reproduktionen von Statuen von großen Meistern gelegt hat bzw. diese Metallkugeln auch bei fünf Malereien integriert wurden – bei Da Vincis „Mona Lisa“, Rubens „Tigerjagd“; Fragonards „La Gimblette“, Van Goghs „Weizenfeld mit Zypressen“ und Tizians „Mars, Venus und Amor“. Jetzt nutzt Koons wieder alte Meister, um eine Reihe von LV-Taschen zu kreieren, wie die Speedy, die Keepall und die Neverful.
 
"Ich wollte, dass sie Kunst werden, und ich glaube, diese Taschen sind Kunst", sagt Jeff Koons und hält in dem Video zur Produkteinführung eine seiner Taschen in der Hand.
 
Jede Tasche trägt den Namen des ursprünglichen Künstlers auf einer Metall-Applikation auf der Außenseite. Alle fünf Museen, die diese Kunstwerke besitzen, einschließlich des Louvre, erhalten Lizenzgebühren aus dem Verkauf und auch sie hoffen, dass die Taschen Millennials dazu verführen wird auch einmal ein Museum für klassische Kunst zu besuchen.
 
Man wird nie wissen, wie die großen Maler der Renaissance reagiert hätten, wenn sie sehen würden, wie ihre heiligen Werke zu Handtaschen verarbeitet werden. Aber es ist durchaus vorstellbar, wie LV reagieren würde, wenn jemand ihre „Embleme" klauen würde und es weiter verwenden würde. Sie würden klagen.
 
Z. B. im Jahr 2010 zwang Louis Vuitton die Entfernung von neun Heuschrecken-Skulpturen, deren Äußeres aus einem Stoff mit dem LV-Konterfeil gemacht wurde, aus einer Ausstellung in Kobe in Japan zu nehmen; Im Jahr 2000 verklagten sie das Streetwear-Label Supreme für die Herstellung von Skateboards und Beanies mit dem LV-Monogramm. Ironischer Weise hat Vuitton im vergangenen Jahr trotzdem mit der gleichen Marke eine gemeinsame Kollektion entworfen, die ab diesem Sommer erhältlich ist.
 
 
Die Museen, die die Kunstwerke besitzen, erhalten Lizenzgebühren durch den Verkauf der Taschen. - Louis Vuitton

LV ist der Louvre nicht ganz unvertraut, da sie erst im März im Museum ihren letzten Runway inszenierten. Koons sind französische Museen auch nicht ganz fremd. Im Jahr 2008 stellte der Neo-Pop-Künstler 15 seiner Skulpturen, wie sein rosa Metallkaninchen, im Schloss von Versailles aus und provozierte enorme Aufschreie unter den französischen Kritikern. Während er bei seiner Ausstellung im Pompidou Center in 2015, bei der eine Keramik-Skulptur zweier nackter Kindern gezeigt hatte, erfolgreich wegen Plagiatsvorwürfe verklagt wurde.
 
Erstmals in 2001 mit Modedesigner Stephen Sprouse, arbeitet Vuitton mit einer Reihe von Künstlern wie Takashi Murakami, Richard Prince, Stephen Sprouse, Cindy Sherman, James Turrell, Olafur Eliasson und Daniel Buren für diversen Produkte, von Accessoires bis hin zur Louis Vuitton Foundation, zusammen. Jedoch war es erst Koons erlaubt, dass heilige Monogramm des Hauses neu zu zeichnen – sowohl die Blumen als auch die Sterne durfte er verändern und sogar seine Initialen JK dem LV hinzufügen.
 
Und weil es diesmal keinen Ballon-Hund oder „Topiary White Terrier Puppy“ gibt, trägt jede Koons-Vuitton-Tasche auch eine Taschenkette in Form eines Balloon-Kaninchens – ein wiederkehrendes Motiv in Koons Arbeit seit 40 Jahren.

Die Biographien jedes Meisters stehen übrigens auf der Innenseite der verschiedenen Taschen. Die Preise starten bei einem Zippy Fragonard Geldbeutel bei 1.200 Euro, liegen bei einem blauen Rubens Palm Springs Rucksack bei 2.400 Euro und Montaignes Mona Lisa kostet ca. 3.000 Euro.

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