Louis Vuitton verzauberte mit der Cruise Collection 2019 in der Fondation Maeght

Man nennt es die "Mode Tour de France", die einen Monat andauernde Reihe von Cruise Kollektionen, die in sagenumwobenen Inszenierungen präsentiert werden. Und am Montagabend inszenierte Louis Vuitton das "dritte Bein" – mit einer experimentellen, aber sehr tragbaren Kollektion.

Louis Vuitton Cruise 2019 - Pixelformula

Deutlich beeinflusst durch die Location – die Fondation Maeght besitzt einen einzigartigen Garten der Skulpturen mit Werken von Künstlerlegenden wie Joan Miró, Alexander Calder, Anthony Caro und Barbara Hepworth – hat die Kollektion in Bezug auf Silhouette, Farbe und Attitude neue Wege beschritten.

"Fabulous!", schwärmte Jennifer Connelly, die Muse des Designers, in gestreifter Hose und mit einer leuchtend-blauen Baseballjacke mit einem frischen LV-Logo bekleidet. "Fantastic!", sagte Sienna Miller, gekleidet in einem weißen Cocktail-Kleid mit diamantförmigen Louis Vuitton Plättchen.

Sowohl Calder als auch Miró mit ihren Bögen und kurvenförmigen Statuen waren in den großen, voluminösen Schultern widergespiegelt, die jedoch nie ganz außer Kontrolle gerieten. Die dramatischen neuen Leggings-meets-Sneakers dagegen waren ideal für den Walk im Kiesgarten, in dem die Show stattfand. Und man weiß jetzt schon, dass sie zu echten Verkaufsschlagern avancieren werden.

"Ich kam vor 20 Jahren zum ersten Mal an diesen besonderen Ort. Und das einzigartige Verhältnis zwischen dieser Familie und den Künstlern, die sie liebte und die hierher kamen, war schon immer eine große Inspiration", erklärte Ghesquière nach der Show, nachdem er mit Ruth Negga und Léa Seydoux für Fotos posiert hatte.

Er hat ebenfalls eine neue Marschroute mit einigen wunderschönen, mit Federn besetzten Jacken in Kombination zu Mini-Cocktail-Kleidern eingeschlagen. Und mit einigen bemerkenswerten Jeansjacken in den für die Foundation berühmten Farben.

"Ich würde sagen, die Farben sind sehr Miami-mäßig, ziemlich beißend und eher Sechziger-Jahre-like, genau dann, als auch dieser Ort geschaffen wurde", sagte der Designer FashionNetwork.com gegenüber.

Ein weiterer ungewöhnlicher Schachzug war, dass er seine alte Busenfreundin Grace Coddington gebeten hatte, mehrere Prints zu entwerfen. Diese zeigten lauter Katzen – kein Wunder, denn die Ex-Mode-Direktorin der Vogue lebt mit einem halben Dutzend von ihnen zusammen.

"Wir sind beste Freunde, aber sie ist mehr ein Katzenmensch und ich bin ein Hundeliebhaber", lächelte Ghesquière, der vor kurzem umgezogen ist, um einen Garten für seinen braunen Labrador zu haben.

Alles wurde mit Gusto in der märchenhaft stimmungsvollen Fondation Maeght präsentiert, einem Museum, das für seine Orts-spezifischen Skulpturen bekannt ist – und wo die Models durch das Labyrinth von Joan Miró wanderten.

Und Ghesquière liebt einen ausgefallenen Laufsteg. Seine Models marschierten auf einem Leuchtkasten-Catwalk, ein Lieblingstrick des Designers, dessen erste Cruise Kollektion für LV 2014 in Monaco stattfand. Damals war es eine von Wasser inspirierte Kollektion, die auf einem wellenförmigen Glaslaufsteg mit darauf projiziertem Video mit Kieselstränden von der Künstlerin Angel Leccia präsentiert wurde.

Mit Monaco hat LV CEO Michael Burke eine neue Strategie vorgestellt, um Vuitton Cruise auf eine Welttournee zu schicken – mit Zwischenstopps in Palm Springs, Rio, Kyoto und jetzt Saint-Paul-de-Vence.

LV Cruise Kollektionen sind oft ebenfalls sehr Orts-spezifisch. Die Rio Cruise Show des Designers im Jahr 2016 zeigte brasilianische Fußballbilder bei den verwendeten Prints. Und seine Kyoto-Show im vergangenen Jahr beinhaltete Kabuki-Make-up, Samurai-Rüstungen und Kurosawa-Farben.

So auch an diesem Abend in der Nähe der Côte d'Azur: Ein leuchtend gelb, weiß und silbernes Cocktail-Kleid sah fast so aus, als sei es von einer gleichfarbigen Wandkeramik von Fernand Léger aus dem Jahr 1953 ausgelöst worden, die hier an einer Gartenmauer hing.

Vor drei Nächten eröffnete Christian Dior am Freitag diese französische Cruise-Tour mit seinem „Diorodero“, einer regenüberfluteten, mexikanischen, von Escaramuzas inspirierten Show in den Großen Stallungen von Chantilly.

Das Moderudel wird nun nach Arles weiterziehen, für eine Show am Mittwochabend, die in einer alten römischen Ruine stattfinden wird – mit leider der Wettervorhersage für starken Regen.

"Es ist lustig, die Wettergötter im Kampf mit den Herren des Luxus zu sehen", witzelte Eugenia de la Torriente, Chefredakteurin der spanischen Vogue. Aber die Götter hielten gnädigerweise den Regen bis kurz nach der Show zurück.

Dort in Arles wird die Cruise-Saison aber noch nicht enden. Koché, das brandheiße Label der französischen Designerin Christelle Kocher, wird am Montag, dem 19. Juni, seine erste Cruise Kollektion in Marseille präsentieren, offenbar auf dem Deck einer Mittelmeerfähre.

Das wird eine lange Kreuzfahrt werden, oder eher eine Tour de France, denn die erste Cruise Runway Show war Chanels Kreuzfahrtschiff-Epos im Grand Palais am 3. Mai. Aber angesichts der bemerkenswerten Qualität der bisherigen Kollektionen sollten wir es vielleicht als eine Tour de Force bezeichnen!

Übersetzt von Elisa Gerlach

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