Lush sorgt mit Kampagnenbildern für einen Aufschrei in der britischen Bevölkerung

Die Kosmetikfirma Lush wurde am Wochenende in sozialen Medien und in der Presse stark kritisiert, da ihre kontroverse Kampagne mit den #Spycops-Bildern Missmut in der britischen Bevölkerung auslöste.

Lush

Die Kritik kam nach der neuen #Spycops-Kampagne für Facebook, Twitter und die Schaufenster der eigenen Geschäfte auf. Eine Kampagne, die darauf abzielt, auf geheime Spionage-Operationen aufmerksam zu machen, die von der britischen Polizei mehrere Jahre lang durchgeführt wurden. Der Vorwurf wurde laut, dass die Kampagne alle Strafverfolgungsbehörden als unehrlich darstelle.

Schaufenster in über 100 Lush-Geschäften in Großbritannien unterstützen mit der Kampagne die Gruppe "Police Spies Out of Lives" (PSOOL), eine Gruppe, die sich "für das Ende des sexuellen und psychologischen Missbrauchs von Aktivisten und anderen durch verdeckte Polizei-Ermittler" einsetzt.

Die Lush Schaufenster enthalten Schilder mit Slogans, dass die Polizei "bezahlt wurde, um zu lügen" und zusätzlich Absperrbänder im Tatort-Stil mit der Aufschrift "Die Polizei hat die Grenze überschritten".

Das Ganze folgt auf die Enthüllungen, dass seit 1968 eine Einheit der Geheimpolizei über 100 Beamte damit beauftragte, Aktivistengruppen zu infiltrieren. Einige der Beamten bildeten langfristige "stabile" Beziehungen zu Mitgliedern der Gruppen (und in einem Fall wurde sogar ein Kind gezeugt). Die vermeintlich alleinstehenden Männer waren oft in Wirklichkeit verheiratet und Familienväter und verschwanden später aus dem Leben ihrer Opfer nach Jahren des Zusammenlebens.

Die Operation ist Gegenstand einer öffentlichen Untersuchung, aber unter den Opfern herrscht Unzufriedenheit darüber, dass die Untersuchung lange dauere, versucht werde, sie geheim zu halten und wie weit das Ausmaß überhaupt reiche.

Lush lehnt es ab, mit einer Anti-Polizei-Position in Verbindung gebracht zu werden und verkündete, man wolle auf "eine spezielle und besonders undurchsichtige Untergruppe der verdeckt arbeitenden Polizei" aufmerksam machen. Die britische Marke fügte hinzu, dass sie "die Polizei uneingeschränkt unterstützte, deren Personal gestärkt werden sollte und ausreichend Mittel erhalten sollte, um Verbrechen und Gewalt zu bekämpfen und die Öffentlichkeit zu schützen, wenn es nötig sei", aber die Kampagne wolle "einen umstrittenen Zweig der politischen Undercover-Polizei" denunzieren, der jahrelang tätig war, bevor er entlarvt wurde.

Aber die Gegenreaktionen sind sehr stark und es gibt eine hohe Berichterstattung in der Presse. Die Police Federation of England and Wales nannte die Schaufenster-Kampagne "sehr schlecht durchdacht und schädlich für die überwältigend große Mehrheit der Polizei, die nichts mit dieser verdeckten Ermittlungen zu tun habe".

Aus unternehmerischer Sicht ist die Reaktion der Verbraucher besorgniserregender. Lush hat zwar positive Rückmeldungen erhalten, aber viele der Online-Kommentare sind negativ. Ein Beitrag auf dem Instagram-Account der Firma (auf dem die Kampagne nicht läuft) lautet zusammenfassend: "Ich verstehe völlig die Sachlage und die Untersuchung ist dringend notwendig, aber der Satz 'Die Polizei hat die Grenze überschritten' bedeutet, dass alle Polizisten etwas falsch gemacht haben. Eine schlecht vermarktete Kampagne, die den Ruf der Polizei getrübt hat. Eine Riesenschande, dass solch ein ethisches, vegetarisches, low-impact-Unternehmen ein solch entsetzlich schlechtes Marketing besitzt."

Die Kampagne soll drei Wochen lang laufen und die Marke Lush sagte, dass sie sich weiterhin dafür ausspreche. Aber Berichten zufolge wurden die Kampagnenbilder aus einigen Geschäften entfernt, da das Unternehmen angab, dass einige der Mitarbeiter von ehemaligen Polizeibeamten "eingeschüchtert" worden seien.

"Da die Einschüchterung unserer Shop-Mitarbeiter durch ehemalige Polizeibeamte und die nicht-hilfreichen Tweets von Beamten in hohen Ämtern weiterlaufen, sind heute nicht alle unsere Shops in der Lage, diese Kampagne im Schaufenster zu zeigen", hieß es. "Die Kampagne läuft trotzdem noch für drei Wochen und wir werden ständig abwägen, wie wir diese Situation handeln."

Übersetzt von Elisa Gerlach

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