Luxusgüterindustrie: Deloitte prognostiziert jährliches Wachstum zwischen 5 und 10 % bis 2021

In der Luxusindustrie gab es kürzlich zahlreiche Fusionen und Übernahmen: Die Puig-Gruppe besiegelte den Kauf von Dries Van Noten, der chinesische Investmentfonds Fortune Fountain Capital erwarb Baccarat und Piquadro kaufte Lancel. Auch Missoni gab Anteile an den Investmentfonds Fondo Strategico Italiano ab. Trotz der komplexen Entwicklung der internationalen Wirtschaft stärken die florierenden M&A-Transaktionen das Vertrauen der Investoren, die nach einer Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte von 2018 bis 2021 ein jährliches Wachstum zwischen 5 % und 10 % für den Mode- und Luxusmarkt prognostizieren.

Ein Sommer 2019 Look von Dries Van Noten. Das Label wurde kürzlich von Puig aufgekauft. - © PixelFormula

Die dritte Veröffentlichung des Deloitte-Berichts "Fashion & Luxury: Private Equity and Investors Survey 2018" zeigte, dass das Wachstum in den Bereichen digitale Luxusgüter, Kosmetika und Düfte voraussichtlich sogar über 10 % ansteigen wird, genau wie in den Bereichen Bekleidung und Accessoires, Uhren und Schmuck. Für die Hotel- und Möbelindustrie werden jährliche Wachstumsraten zwischen 5 % und 10 % erwartet.

Von den befragten Investoren besitzen 78 % mindestens einen oder mehrere Vermögenswerte im Bereich Luxus und Mode. Die Umfrage bestätigte, dass der Luxussektor nach wie vor sehr attraktiv ist, obwohl eine Verlangsamung der M&A-Aktivitäten festgestellt wurde, insbesondere in Bezug auf ihre Größe, die deutlich geringer ist als in der Vergangenheit: Denn während die Anzahl der Unternehmen steigt, sind sie dafür weniger zahlungskräftig. Deloitte zufolge sank der durchschnittliche M&A-Wert von 449 Millionen US-Dollar im Jahr 2016 auf 230 Millionen US-Dollar im Jahr 2017. Das entspricht einem Minus von 49 Prozent.

"Im Vergleich zu 2017 wirkt sich der anhaltende Konsolidierungstrend in der Mode- und Luxusindustrie auf das Investment aus, das sich (um 10 Prozentpunkte) auf kleinere Unternehmen verlagert hat. Performance-Investoren versuchen dies mit Hilfe von Internationalisierungsstrategien und Veränderungsmanagment anzukurbeln", sagte Lisa Lauv, Partner von M&A Transaction Services bei Deloitte, in einer Pressemitteilung.

Im Jahr 2017 wurden im Luxusgütermarkt 217 M&A-Transaktionen abgeschlossen, sechs mehr als im Jahr 2016. Im Jahr 2016 gab es jedoch 70 Transaktionen mehr als im Vorjahr. Konkret wurden 134 Geschäfte im Bereich der persönlichen Luxusgüter abgeschlossen (5 mehr als 2016), davon 77 im Bereich Bekleidung und Accessoires (+8) und 28 im Bereich Parfüm und Kosmetika (+6). Lediglich Uhren und Schmuck verzeichneten einen Rückgang der Transaktionen (29 gegenüber 38 im Jahr 2016).

Deloitte

Geografisch gesehen ist Europa die einzige Region, in der die Anzahl der Transaktionen zunahm (109 Abschlüsse im Jahr 2017 gegenüber 95 im Jahr 2016). In erster Linie aufgrund des Bekleidungs- und Accessoire-Sektors (+9 Abschlüsse). Die Regionen Nordamerika und Asien-Pazifik verzeichneten die gleiche Deal-Anzahl wie im Vorjahr, bzw. 59 und 36 Transaktionen, obwohl sie im vergangenen Jahr als die führenden Regionen galten.

"Die Anleger erwarten, dass Akteure aus Asien und Nahost das Wachstum der Branche weiter ankurbeln werden. Die Prognose für Nordamerika ist positiv (jährliche Wachstumsrate zwischen 5 % und 10 %), aber die Schätzungen liegen unter denen von 2017. Lateinamerika wird stabil bleiben. Für Japan liegen die Erwartungen höher als im letzten Jahr. Hier rechnen die Anleger mit einem jährlichen Wachstum zwischen 5 % und 10 %", sagte Lisa Lauv.

Im Jahr 2018 planen 89 % der Investmentfonds Investitionen im Mode- und Luxussektor mit einem wachsenden Interesse an Bekleidung und Accessoires (darin investierten 73 %), während Uhren und Schmuck etwas an Attraktivität eingebüßt haben. 
 

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