MMK Frankfurt zeigt Kostas Murkudis

Das Museum für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt geht auf „Tuchfühlung“ mit Kostas Murkudis. Oder ist das eher umgekehrt? Unter diesem Titel jedenfalls widmet das Museum dem deutsch-griechischen Designer (ehemals Ter et Bantine, Pringel of Scotland, Closed, New York Industries) derzeit seine erste umfassende Ausstellung, die dessen Mode im Kontext der bildenden Künste zeigt.

Blick auf ein Tableaus von Original-Entwürfen in der Murkudis-Ausstellung. - Rüdiger Oberschür

Mit dem Projekt, das in der neuen Zweigstelle des Museums (MMK 2) im Taunusturm am Willy-Brandt-Platz zu sehen ist, will man einen programmatischen Blick auf Grenzbereiche beider Gattungen werfen.

Die Ausstellung präsentiert das Schaffen Murkudis anhand ausgewählter Kollektionen und Werkgruppen, die jeweils einen oder mehrere Aspekte seines Schaffens durch weiterführende Materialien vertiefen. Installative und mediale Formen geben dem Betrachter ein breites Spektrum an Zugriffen auf Murkudis' Werk.

Für die Ausstellung hat Murkudis, der seine Mode schon früh anschlussfähig für den Kunstbetrieb gemacht hat, sich mit den Verbindungen zwischen seinen Entwürfen und bedeutenden Arbeiten aus der Sammlung des MMK auseinandergesetzt.

Von daher geht die „Tuchfühlung“ durchaus in beide Richtungen. Die Ausstellung ist von dem 1959 in Dresden geborenen Designer und einstigen Assistenten Helmut Langs somit selbst kuratiert und soll auch als Sammlungspräsentation verstanden werden.

Display und Installation spielen ein tragende Rolle in der Ausstellung. - Rüdiger Oberschür

Dies beinhaltet Konzepte und Formen des Displays, der Performance, des Ready-mades, der Materialästhetik sowie weiterer Phänomene und Ansätze, mit denen sich Künstler, wie beispielsweise John Chamberlain, Jack Goldstein oder Steven Parrino seit den 1960er-Jahren beschäftigt haben.

Künstlerische Positionen, die sich in verschiedenster Weise mit Textilien auseinandersetzen, werden zudem im Dialog mit Murkudis' Kollektionen und Einzelstücken präsentiert, unter anderem Werke von Blinky Palermo und Franz Erhard Walther. Das gelingt mal mehr, mal weniger offensichtlich.

Opulent und eindrucksvoll sind Tableaus aus zahlreichen Kostümen und avantgardistischen Kleidern und ihren ungewohnten Materialien wie PVC, Latex, Lammfell oder Nylon. Für das ziemlich gelungene Ausstellungsdesign zeichnet der Künstler Carsten Nicolai verantwortlich, unterstützt von Architekt Aaron Werbick.

Eine Wand ist zudem mit Fotostrecken von Jürgen Teller gestaltet, die Backstage- und Runway-Aufnahmen von Murkudis' eigenem Label aus den 1990er Jahren zeigen. 

Schon 2010 präsentierte das MMK die Spring/Summer-Kollektion von Murkudis in seinen Räumlichkeiten. 2013 stiftete der Designer neben dem Palais Galliera (Musée de la mode de la ville de Paris) sowie dem japanischen Kyoto Costume Institute Teile seines Archivs, Originalentwürfe und Prototypen dem Frankfurter Museum.

*Die Ausstellung ist noch bis zum 14. Februar 2016 zu sehen. Der begleitende Bildband „Tuchfühlung“ ist bei Prestel, Verlagsgruppe Random House erschienen, ISBN: 978-3-7913-5475-0, 49,95 Euro. 

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