Mailand: Pradas Comic-Buch-Naivität

Die Mailand Menswear-Saison begann für viele Freitagmorgen mit einem Besuch der Prada Stiftung. Alejandro González Iñárritu zeigte dort seinen bemerkenswerten Film ‚Carne Y Arena’, über mexikanische Flüchtlinge auf den Weg durch die Wüste in die Vereinigten Staaten.



Prada, Menswear Spring 2018, Milan - Prada, Instagram
 
Das Modehaus steigerte sich dann am Sonntagabend mit einer brillant inszenierten Kollektion, deren Thema der Kontrast zwischen der Naivität des realen Lebens, im Vergleich zu der Härte der virtuellen Realität war.
 
"Ich denke, wir sind mit dem Kontrast zwischen unserer eigenen realen Welt und virtuellen Realität jeden Tag konfrontiert. Ich wollte das Gegenteil der virtuellen Realität – den menschlichen Androiden", erklärte Miuccia Prada Backstage.
 
Die aktuelle Kollektion startete mit jungen Männern in sportlichen Jumpsuits – natürlich in Nylon, denn das ist Prada – schwarz, rot und puderblau. An den Knöchel werden sie mit Logo-Klettbändern geschlossen, auf dem Rücken sind Rucksäcke geschnallt. Andere tragen stattdessen große Seidensommerhemden mit Comic-Buchdrucken. Die gleichen Drucke fanden schon Verwendung bei der Sanierung der ehemaligen Fabrik, die jetzt der Prada-Showroom ist. Riesenzeichnungen von Gesichtern, Stadtansichten, Postkästen und Konstruktionen von AMO Design und Michael Rock, mit Illustrationen von Ollie Schrauwen und James Jean. Ganze Outfits wurden mit ihren Zeichnungen entworfen.
 
"Ich weiß nicht, warum ich diese Comics mag, vielleicht weil sie kleine Bruchstücke vom Leben oder den Informationen sind, die wir von den Medien erhalten", sagt Prada von dem schönen Dekor, das sogar die Sitze einbezieht.
 
Zu einer Kakophonie an Soundtrack liefen dann ihre Models in athletischen Sandalen oder in Retro Winklepickers aus den 50ies. Die Schuhe glänzend und neu, im Gegensatz zu den zerrissenen Schuhen von Kindern, Cowboystiefel bis hin zu schlammigen Clogs, die in der Wüste an der mexikanisch-amerikanischen Grenze gefunden wurden und die in den Eröffnungsraum von Iñárritus ‚Carne Y Arena’ ausgestellt wurden – der Müll verlorener Träume. Danach zieht man eine Virtuelle Reality-Brille auf und erlebt die Schrecken einer Begegnung mit US-Grenzpatrouillen in der Nacht in der Wüste. Wodurch der Kontrast zwischen der Realität und einer technologisch erweiterten Welt noch stärker wird.

 
 

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