Mailand setzt auf eine verjüngte, internationalere und grüne Fashion Week

Nach New York und London ist Mailand an der Reihe, die Fäden zu ziehen. Die Fashion Week für die Damenkollektionen für Frühjahr/Sommer 2018, die von 20. bis 25. September in der lombardischen Hauptstadt stattfinden wird, bietet ein intensives Programm mit einem vollgepackten Kalender und vielfachen Sonderveranstaltungen.

Marco De Vincenzo, einer der Designer, der den meisten Applaus in Mailand erhält. - © PixelFormula

Ein Zeichen dieser neuen Energie, die in der lombardischen Hauptstadt wirkt, sind die unzähligen Shows in "off-Locations", die dem offiziellen Kalender hinzugefügt wurden. Ebenso die unzähligen ausländischen Marken, die von Mailand ausgewählt wurden, um ihre Kollektionen zu präsentieren, wie beispielsweise die chinesischen Labels Angel Chen, Annakiki, Ricostru, die israelische Designerin Daizy Shely, sowie die Japaner Mitsuru Nishizaki mit der Marke Ujoh und Atsushi Nakashima.

Zu letzteren gesellt sich der koreanische Younchan Chung, der am 21. August auf dem Mailänder Laufsteg mit seinem Unisex-Label The-Sirius debütierte. Nicht zu vergessen, außerhalb des Kalenders am Dienstag, dem 23., kommt jetzt die chinesische Designerin Xinyin Xu– nach ihrer Show in New York –mit ihrer "Eltern"-Marke Vicky'z (Vicky Zhag) für Frauen und Kinder nach Europa.

Der Präsident der Kammer für Italienische Mode, Carlo Capasa, weist darauf hin: "Italien steht erneut im Mittelpunkt der Mode. Mit der Mailänder Modewoche wollen wir ein attraktiver Pol für die Kreativität und die Einkäufer werden. Dafür wollen wir uns mehr öffnen, indem wir in die Internationalisierung investieren und die Events vervielfachen."

Unter den Höhepunkten der Woche in Mailand befinden sich die Debüts von drei neuen Art Direktoren innerhalb großer Modehäuser, die die Gunst der Stunde für eine Rückkehr auf den Laufsteg nutzen. Paul Surridge für Roberto Cavalli am 22. und das Paar Lucie und Luke Meier bei Jil Sander am darauffolgenden Tag.

Albino Teodoro wird sein Come-back im Mailänder Mode-Kalender haben. - maisonalbino.com

Eine weitere, erwartete Rückkehr ist die des Designers Albino D'Amato, der seit Frühjahr/Sommer 2012 nicht mehr im offiziellen Kalender gelistet war. Ebenfalls erwähnenswert ist das Debüt von Lavinia Biagiotti, die das Erbe ihrer im letzten Mai verstorbenen Mutter Laura Biagiotti übernommen und den Sitz am Kopf des gleichnamigen Hauses eingenommen hat.

Man darf ebenfalls nicht versäumen, die allerersten Schritte auf dem Mailänder Laufsteg zu erwähnen, nämlich die von dem Koreaner hinter The-Sirius, von dem kalabrischen Designer Nicola Brognano (27), Gewinner von "Who Is On Next?" 2016, der am 22. zeigen wird, und von Ssheena, ein von der Mailänderin Sabrina Mandelli gegründetes Label, die die Woche am Montag, 25., mit einem Show-Event in der Innenstadt auf dem Dom-Platz abschließen wird.

Ein großer Stellenwert wird den jungen Kreativen auch durch den "Fashion Hub Market" eingeräumt, der in dieser Saison 14 vielversprechende Talente beherbergen wird. Diese Showroom-Location wird von der Kammer für Italienische Mode zur Verfügung gestellt, die zum ersten Mal eine dieser jungen Talente belohnt, indem sie einen zusammen mit DHL kreierten Preis am Donnerstag, 21., übergeben wird.

Die Woche wird zudem von einer Reihe von Parallelveranstaltungen und Feierlichkeiten geprägt sein: dem 100. Jubiläum von Rinascente, dem 50. von Pomellato, dem 20-jährigen Jubiläum von Kreativdirektorin Angela Missoni, um nur einige zu nennen.

​Der am ungeduldigsten erwartete Abend wird ohne Zweifel der sein, der am Sonntag, dem 24. September in der Scala stattfindet und an dem die ersten Oscars für nachhaltige Mode mit dem Preis "The Green Carpet Fashion Awards Italia" verliehen werden. Ein Wettbewerb für junge umweltbewusste Designer und von der Kammer für Italienische Mode (CNMI) in Partnerschaft mit der britischen Beratungsagentur Eco-Age gefördert.


Elisabetta Franchi wird diese Saison außerhalb des Schauenplans zeigen.

Insgesamt umfasst diese lombardische Fashion Week insgesamt 159 Kollektionen mit 63 offiziellen Fashion Shows (im Vergleich zu den 174 Kollektionen mit 70 offiziellen Shows im vergangenen Februar), zu denen sich diverse Shows im Veranstaltungsprogramm der Events gesellen, wie z.B. Maryling, John Richmond und Agnona. Ganz zu schweigen von den Off-Kalender-Shows, einschließlich der von Dolce & Gabbana am Sonntag, 24., und von Erika Cavallini, von Giada, etc.

Die Organisatoren hatten die größten Schwierigkeiten, allen gerecht zu werden: Der Abschlusstag am Montag hat seinen Glanz verloren, da Giorgio Armani ihn zugunsten des Freitags verlassen hatte. Das Ergebnis: Kleine Marken und große Häuser stürmten auf die ersten fünf Tage der Fashion Week zu, einige verließen den Kalender, wie Elisabetta Franchi, oder andere wiederum änderten Tage und Tageszeiten in der letzten Minute, so wie Philosophy und Mila Schön.

Nicht weniger als elf Namen sind in dieser Saison nicht mehr im Kalender aufgeführt, vor allem aus diesen oben genannten, aber auch aus anderen Gründen: Elisabetta Franchi, Rich, Fay, Wunderkind, Situationist, Xu Zhi, Leitmotiv und Diesel Black Gold hatten sich für eine gemischte Show mit den Herren- und Damenkollektionen im Juni entschieden. Emporio Armani entschied sich diesmal für London, um seine renovierte Mayfair-Boutique zu feiern. Emilio Pucci zog es vor, eine Präsentation nach dem Abschied des Kreativdirektors Massimo Giorgetti zu veranstalten und schließlich fällt Angelo Marani weg, dessen Gründungs-Designer zu Beginn des Jahres verstarb.

Übersetzt von Elisa Gerlach

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