Metro ernennt neuen Chief Operating Officer nach Russland-Misere

Metro hat Philippe Palazzi zum neuen Chief Operating Officer ernannt und damit Pieter Boone ersetzt, der für das Russlandgeschäft verantwortlich war, das den deutschen Einzelhändler veranlasste, seine Prognose im vergangenen Monat zu senken.

Philippe Palazzi - Twitter/Philippe Palazzi

Metro gab bekannt, Palazzi, 46, der zuvor das Cash-and-Carry-Geschäft von Metro in Italien geleitet hatte, übernehme die Position mit sofortiger Wirkung.

"Er hat bewiesen, dass er erfolgreiche Repositionierungen mit einer deutlichen Ertragssteigerung realisieren kann. Er identifiziert die Bedürfnisse unserer Kunden, spricht sie an und richtet das Geschäft entsprechend aus", sagte Vorstandsvorsitzender Jürgen Steinemann am Montag.

Metro teilte mit, dass Boone, der 2011 als Betriebsleiter des russischen Cash & Carry-Geschäfts eingestiegen war und 2012 die Geschäftsführung übernommen hat, im "gegenseitigen Einvernehmen" ausscheidet.

Boone behielt die operative Verantwortung für das Russlandgeschäft, nachdem er im Juli 2017 COO wurde.

Die Metro-Aktie brach im vergangenen Monat ein, nachdem das Unternehmen seine Ergebnis- und Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2017/18 gesenkt hatte, was auf einen erwarteten Umsatzrückgang im Russlandgeschäft in der zweiten Jahreshälfte und über den Erwartungen liegende Restrukturierungskosten zurückzuführen war.

Metro, das Großmärkte in 35 Ländern sowie Real-Supermärkte in Deutschland betreibt, wird die Ergebnisse für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2017/18 am 15. Mai veröffentlichen.

Das Geschäft in Russland trug lange Zeit wesentlich zum Gewinn bei, doch die Krise in der Ukraine und die Sanktionen gegen Moskau haben die russische Wirtschaft geschwächt.
 

Übersetzt von Felicia Enderes

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