Michael Kors viel zu banaler Strand-Glamour

Es ging alles um "Big Easy" bei Michael Kors – das heißt die entspannte Haltung, nicht der Spitzname für New Orleans.

Michael Kors - Frühjahr/Sommer 2018 - Womenswear - New York - PixelFormula

Leicht, ja, mit der Ausnahme eines kleinen Trupps von Schwergewichten, die den zentralen Abschnitt der Frontreihe abdeckten, so ein Dreigestirn von Filmstars – Catherine Zeta-Jones, Naomi Watts und Nicole Kidman – die man auch zum, sagen wir, Plaudern hätte alleine lassen können.

Auf dem Laufsteg war die zentrale Obsession von Kors die Batik-Technik – verwendet für alles von Sarongs und Trenchcoats bis hin zu Kimonos und Pyjamas. "Barfuß-Glamour für den Abend", sagte der Designer, nachdem er eine Reihe von blass gefärbten Palmblätter-Prints ausgesandt hatte – alles in einer verträumten Farbpalette von Rosewasser, Glyzinie und Kornblume. Praktisch jeder zweite Look besaß eine hawaiianische Luau-Blumenhalskette. Die Stimmung war sehr Strand-lastig – den ganzen Pfad hin bis zu den schönen Raffia-Schulterbeuteln und den coolen Kork-Wedges. Die meisten Outfits wurden durch einfache weiße Flip-Flops vervollständigt, was den Sinn des bescheidenen Ehrgeizes und der Anstrengung für diese Kollektion verdeutlichte, die am wenigsten interessante von Kors in den letzten zehn Jahren.

Das heißt, dank einiger geschickter Schritte in der Geschäftsführung und dank der immerwährenden fruchtbaren Phantasie von Kors ist die Marke nach einigen Quartalen mit rückläufigen Verkäufen finanziell zurückgekehrt. Kors Aktien schnellten fast 15 % im August nach oben, nach den besser als erwarteten Verkäufen und Umsatzergebnissen. Kors prognostiziert jetzt einen jährlichen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro für 2017. Der Designer hatte bereits einen geschäftigen Mittwoch: Die Markteinführung seiner neuesten Smart-Watch "Access", mit einer riesigen Fete auf dem Hudson River.

Auf der sechsten Etage der Spring Studios, wohl der wichtigste Hauptveranstaltungsort der New Yorker Runway-Saison, fand die Show statt – ein wahrer Alptraum am Eingang. Eine gut 15-minütige Wartezeit, nur um in einen Aufzug zu gelangen. Das war der Grund dafür, warum die meisten professionellen Teilnehmer im Publikum bei dem bloßen Gedanken an die vielen Shows innerhalb dieses Gebäudes in Tribeca erschauderten.

​Die Show wurde von einer brillanten musikalischen Aufführung von Sara Bareilles untermalt, die ihr Mini-Konzert mit einer schnelleren Version von "Sittin' on the Dock of the Bay" eröffnete. Sie machte die Show definitiv unvergesslich, aber auch sie konnte letztlich diesen Pastiche einer Kollektion nicht retten.

Übersetzt von Elisa Gerlach

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