Nach chinesischer HNA-Gruppe steigt auch Richemont bei Dufry ein

Der Schweizer Duty-Free-Konzern Dufry bekommt einen weiteren Großaktionär. Über eine Investment-Tochter hat sich der Luxusgüterkonzern Richemont eine Beteiligung von 5 Prozent gesichert, wie aus einer am Freitag auf den Seiten der Schweizer Börse veröffentlichten Pflichtmitteilung hervorgeht. Während die Dufry-Aktie im Tagesverlauf um 6,7 Prozent zulegte, reagierte das Papier von Richemont kaum auf die Nachricht.

Richmond investiert in Dufry. - Dufry

Für Analysten kommt der Einstieg überraschend. Der Luxusgüterkonzern suche damit eine Möglichkeit, um sich im rasch wachsenden Reiseeinzelhandel zu engagieren, schätzt René Weber von der Bank Vontobel. Patrik Schwendimann von der Zürcher Kantonalbank hält die Beteiligung dagegen für ein rein finanzielles Investment. Auch steht die Vermutung im Raum, dass Richemont in Dufry einen neuen Absatzkanal sieht. Eine Komplettübernahme stehe bislang nicht im Raum.

Bereits Ende April war die chinesische Holding HNA mit einem deutlich größeren Anteil von 16,79 Prozent bei Dufry eingestiegen, den sie dann schrittweise auf 20,92 Prozent ausgebaut hatte. Bei den damaligen Verkäufern habe es sich um zwei Staatsfonds aus Singapur gehandelt.

Die Schweizer Reise-Detailhändler Dufry AG mit Sitz in Basel, betreibt in 64 Ländern rund 2.200 Duty-free- und Duty-paid-Läden an Flughäfen, auf Kreuzfahrtschiffen, in Seehäfen, Bahnhöfen, Stadtzentren, Flugzeugen und auf Fähren. Das börsendotierte Unternehmen beschäftigt mehr als 28.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2016 einen Umsatz von 7,829 Milliarden Schweizer Franken (7,32 Mrd. Euro).

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