Otto Group sieht Fortschritte im Bündnis für nachhaltige Textilien

Die Otto Group hält auch nach vielfältiger Kritik an dem Bündnis für nachhaltige Textilien fest. 

Otto Group sieht Fortschritte im Bündnis für nachhaltige Textilien. - Otto Group

"Das Bündnis hat eine Zukunft, wenn alle Mitglieder ihre Kräfte mobilisieren und dort einsetzen, wo die Hebelwirkung am größten ist", sagte Johannes Merck, Direktor der Otto Group für Unternehmensverantwortung, in einem Blog des Konzerns. "Dazu gehört es aber auch, Kompromisse zu schließen." Eine ausschließlich an Unternehmen gerichtete Erwartungshaltung könne nicht erfolgreich sein.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hatte das Bündnis ins Leben gerufen, nachdem im April 2014 eine Textilfabrik in Sabhar in Bangladesch eingestürzt war und mehr als 1.100 Menschen getötet wurden. Es soll Unternehmen, Nicht-Regierungsorganisationen, Gewerkschaften und Politik an einen Tisch bringen, um die Arbeits- und Lebenssituation der Textilarbeiter zu verbessern.

Doch viele Branchengrößen machten zunächst nur zögerlich mit und vor allem die Oppositionsparteien im Bundestag kritisierten das Textilbündnis als unzureichend, unwirksam und Feigenblatt der Branche. Mittlerweile hat das Bündnis rund 150 Mitglieder, darunter wesentliche deutsche Textilhersteller und -händler, auch Billig-Anbieter wie Adler, Aldi und Kik.

"Den Kritikern möchte ich sagen, dass es extrem anspruchsvoll ist, die Meinungen und Erwartungshaltungen der vielen Teilnehmer zusammenzuführen und – gepaart mit einem extrem ehrgeizigen Zeitplan – dann noch Ergebnisse zu erreichen", so Merck.

Die Mitglieder hätten nun "Roadmaps" vorgelegt, wie sie die Ziele des Bündnisses in ihrem Bereich umsetzen wollen, auch Otto. "Für die nächsten Jahre nehmen wir uns insbesondere die tiefere Lieferkette vor", sagte Merck. Zu den geplanten Maßnahmen gehöre auch das Auslisten bestimmter Chemikalien in der Vorstufe.

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