Planer rügt Umgang mit Ex-Flughafen Tempelhof

Berlin (dpa) - Der Stadtplaner Florian Mausbach hat den Umgang des Berliner Senats mit dem früheren Flughafen Tempelhof kritisiert. «Eines der größten Bauwerke und Denkmale der Welt steht leer», beklagt der langjährige Präsident des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung in einem Gastbeitrag für den «Tagesspiegel» (Samstag). «Gelegentlich dient es als Resterampe der Berliner Eventkultur. Tempelhofs große Geschichte ist dem Vergessen anheimgegeben.» Mausbach schlägt ein Museum und Zentrum für Luft- und Raumfahrt vor.


Seit der Rückkehr nach Berlin im Juli 2009 findet die Fachmesse "Bread & Butter" wieder auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof statt - Foto: Breadandbutter.com

Der Planer hält auch nichts von den Plänen für das frühere Flugfeld. «Das freie Flugfeld, unübersehbar als großer runder Teller in den Grundriss der Stadt geprägt, überwältigend in seiner prosaischen Würde und Schönheit, soll zu einem gigantischen Vergnügungspark werden», rügt Mausbach. «Mit künstlichen Biotopen wird das Tempelhofer Feld zurechtgestutzt zur kleinbürgerlichen Idylle aus dem Geiste des Ökokitschs.» Der Traum vom Fliegen, der Traum grenzenloser Freiheit müsse an dem Ort spürbar bleiben, meint Mausbach. Er appelliert: «Lasst dem Tempelhofer Feld die Freiheit!»

Der Flughafen Tempelhof mitten in Berlin war im Herbst 2008 geschlossen worden. Das geschwungene Gebäude - von Architekt Norman Foster zur «Mutter aller Flughäfen» erhoben - steht teilweise leer. Auch Büros, Lager und Werkstätten sind dort untergebracht. Außerdem gehen dort Veranstaltungen wie Mode- und Musikmessen über die Bühne. Auf dem Flugfeld soll ein Park entstehen, unter anderem auch mit Nachbarschaftsgärten und Naturbiotopen. Geplant ist auch eine Internationale Gartenausstellung 2017.

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