Primark expandiert in weitere deutsche Städte

Der wegen seiner Kampfpreise in Deutschland gefürchtete Textil-Discounter Primark will in weiteren Städten Fuß fassen. Allein in den nächsten zwölf Monaten sollen fünf neue Geschäfte in Bielefeld, Münster, Stuttgart, Ingolstadt und München eröffnet werden, wie Deutschland-Chef Wolfgang Krogmann am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Münster sagte. Primark wachse organisch und schreibe dabei schwarze Zahlen, sagte der Manager. Bei der weiteren Expansion habe das Unternehmen vor allem Städte mit "deutlich mehr als 150.000 Einwohnern" im Blick. Genaue Zahlen zum Umsatz oder zum Ergebnis in Deutschland nannte der Manager nicht, doch betonte er, Primark schreibe trotz des zügigen Wachstums schwarze Zahlen.

Allein in den nächsten zwölf Monaten sollen fünf neue Geschäfte in Deutschland eröffnen. - archiv

Das irische Textilunternehmen betreibt zurzeit in Deutschland 22 Filialen. Seit dem Einstieg in den deutschen Markt vor acht Jahren habe der Konzern "einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag" in Deutschland investiert, sagte Krogmann. "Wir sind gekommen, um zu bleiben." Einen Primark-Online-Shop soll es dagegen auch weiterhin nicht geben. Primark arbeite mit einer sehr geringen Gewinnspanne, sagte Krogmann. Dies erlaube einfach nicht, Waren zu versenden und wieder zurückzunehmen.

T-Shirts für 2,50 Euro, Sweatshirts für 6 Euro, Jeans für 8 Euro. Der Textil-Discounter Primark hat in den vergangenen Jahren die Preise für Bekleidung noch einmal ins Rutschen gebracht. Mit Erfolg: Während viele traditionelle Modehändler ihre Geschäfte schließen mussten, bilden sich in den Innenstädten lange Schlangen von Kauflustigen, wenn das irische Unternehmen wieder einmal einen neuen Laden eröffnet. Doch unumstritten ist das Geschäftsmodell nicht.

"Die Kleidung von Primark müsste gesellschaftlich genauso geächtet sein wie Käfigeier", meinte die Greenpeace Textilexpertin Kirsten Brodde. Denn das Unternehmen stehe für immensen Ressourcenverschleiß. Was Billigmode angehe, treibe Primark auf die Spitze, was H&M und die Discounter begonnen hätten. "Man kann nirgendwo anders so viele Klamotten für so wenig Geld kaufen", so Brodde. Bekleidung werde damit zum Wegwerfprodukt.

Primark Deutschland-Chef Wolfgang Krogmann weist das allerdings für die Produkte von Primark entschieden zurück. "Sie sind gemacht, um lange zu halten." Er habe persönlich auch "keinen Sinn für die Wegwerfmentalität", meinte der Manager. "Ich kann nicht verstehen, dass man einfach Dinge wegschmeißt. Ich bin anders groß geworden." Das vermittle er auch seinen Kindern.

Mit seiner Billigstrategie ist der irische Textilhändler im Ranking der größten Modemarken-Anbieter Europas weit vorne. Dass inzwischen auch die deutschen Discount-Giganten Aldi und Lidl versuchen, sich ein größeres Stück vom Markt für Billig-Textilien abzuschneiden, beobachtet der Primark Chef aufmerksam. Schließlich haben sich die Lebensmittel-Discounter dafür mit Heidi Klum und der Sängerin Anastacia prominente Werbeikonen als Unterstützung geholt. Primark will auf derartige Werbeauftritte aber auch in Zukunft verzichten. "Prominente können wir uns nicht leisten", meinte er. "Wir machen keine Werbung.

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