Primark trotz kleinerer Margen weiterhin erfolgreich

Die Jahresergebnisse von Primark bieten stets interessanten Lesestoff. Angesichts des in vielen Ländern schwierigen Marktumfelds im Modehandel ist es erbauend zu sehen, dass sich ein auf physische Ladenpräsenz setzendes Unternehmen so erfolgreich durchsetzen kann.


Primark

Natürlich war das Unternehmen auch mit Herausforderungen konfrontiert und musste insbesondere eine Reduktion seiner Margen in Kauf nehmen, um weiterhin niedrige Preise anbieten zu können.

Primark berichtete am Dienstag von einem florierenden Geschäft in England, dem planmäßig verlaufenden Ausbau der Verkaufsfläche und von einer Handelslage, die in den Worten des Unternehmens "hervorragend war, insbesondere im Sommer, mit einem starken Anstieg der Marktanteile".


Auch in Frankreich und Italien erzielte Primark hervorragende Ergebnisse. Die Expansion in den USA wurde fortgesetzt, doch wurden keine genauen Angaben zur Geschäftstätigkeit in dieser Region gemacht.

DIE ZAHLEN

Im vergangenen Geschäftsjahr (Stichtag: 16. September) trug Primark wesentlich zum Umsatz des Mutterkonzerns Associated British Foods (ABF) bei. Der Umsatz von ABF verbesserte sich um 15 Prozent (währungsbereinigt: 6 Prozent) auf GBP 15,4 Milliarden (EUR 17,5 Mrd.). Bei Primark erhöhte sich das Ergebnis um 19 Prozent (währungsbereinigt: 12 Prozent) auf GBP 7,053 Milliarden (EUR 8,001 Mrd.).
 
Wird als Grundlage jedoch ein 52-Wochen-Jahr berücksichtigt (das Geschäftsjahr 2016 umfasste für Primark 53 Wochen), ergibt sich ein währungsbereinigter Anstieg um 14 Prozent, beim vergleichbaren Umsatz ein Plus von 1 Prozent.

Das bereinigte Betriebsergebnis von Primark stieg um 7 Prozent (währungsbereinigt: 3 Prozent) auf GBP 735 Millionen (EUR 834 Mio.). Nur die bereinigte operative Gewinnmarge verkleinerte sich von 11,6 Prozent auf 10,4 Prozent.

Die Erklärung für diese Margenschmälerung lieferte das Unternehmen gleich selbst. Die Entscheidung, "die höheren Inputkosten durch das gegenüber dem Dollar schwächere Pfund nicht an unsere Kunden weiterzuleiten" sei durch das "Bestreben, im Handel den besten Wert zu bieten" bestimmt worden.


ENGLAND UND EUROPA

Ungeachtet dieser Herausforderungen bleibt Primark ein höchst rentables Unternehmen und konnte seinen Absatz trotz der volatile Marktbedingungen weiter steigern. ABF erklärte, die Marke habe im vergangenen Jahr im englischen Markt mit einem währungsbereinigten Umsatzanstieg um 10 Prozent "sehr gut abgeschnitten". Außerdem konnte Primark seinen Marktanteil "deutlich" ausbauen.

Bereits in der ersten Jahreshälfte erfreute sich das Unternehmen guter Gesundheit. Im dritten Quartal konnte es in der Vorosterzeit seine Position stärken und auch im vierten Quartal überzeugte Primark mit hervorragenden Handelsergebnissen. Diese seien "getragen durch die Fähigkeit unserer Einkaufs-, Merchandising- und Designteams, zentrale saisonale Trends aufzuspüren und umzusetzen". Das Unternehmen machte keine Angaben zur Geschäftstätigkeit im Oktober, der laut verschiedenen Marken schwierig war. Doch erklärte Primark: "Die Reaktion unserer Kunden auf unsere neue Herbst-/Winterkollektionen ist soweit erfreulich".

Doch die Erfolgsgeschichte von Primark spielte nicht nur in England. Im restlichen Europa verbesserte sich das Unternehmen umsatzbereinigt um 16 Prozent, was vom " bedeutenden Ausbau der Verkaufsfläche in dieser Region" zeuge. Von den 20 absatzstärksten Primark-Stores befinden sich "15 in Kontinentaleuropa, sieben davon sind in den neusten Marktgebieten Frankreich und Italien angesiedelt".


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ONLINE UND OFFLINE

Primark ist eine Ausnahmeerscheinung unter den großen Handelsunternehmen, da es keinen E-Shop führt. Die Onlinepräsenz der Marke ist jedoch beachtlich. Mit über 10 Millionen Followers in den verschiedenen sozialen Netzwerken ist Primark online sehr aktiv. Das Unternehmen stellt unter anderem Beauty-Videos zur Verfügung und zeigt Live-Streamings von Presseevents und Ladeneröffnungen. "Durch unser digitales Engagement animieren wir die Leute dazu, in unsere Stores zu kommen und treiben so den Umsatz in die Höhe".

Die Primark-Website fungiert so nicht als Store, sondern zielt darauf ab, "unsere Follower zu inspirieren und über die neuesten Produkte zu informieren. Sie können auch Wunschlisten anlegen, Styling-Tipps erhalten und Bilder ihrer Outfits bei Primania uploaden", erklärte das Unternehmen.


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Das Unternehmen bleibt somit seiner Offline-Sale-Strategie treu. So kommt es auch nicht überraschend, dass Primark im vergangenen Jahr in neun Ländern knapp 140 000 Quadratmeter Verkaufsfläche und 30 neue Stores eröffnete. Primark erweiterte seine physische Präsenz in Großbritannien, Spanien, Frankreich, den Niederlanden, Deutschland, Belgien und Irland. Die Marke verfügt insgesamt über 1,3 Millionen Quadratmeter Verkaufsfläche in 45 Ländern.

Und damit nicht genug: Im kommenden Geschäftsjahr sollen weitere 110 000 Quadratmeter Verkaufsfläche eröffnet werden, hauptsächlich in Frankreich, Deutschland und Großbritannien. Hier sind 19 Neueröffnungen geplant. Weiter dürften in Stuttgart, München, Toulouse, Bordeaux und Antwerpen größere Stores eingerichtet werden.

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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