Probleme der Textilbranche treffen auch Adler

Dem Adler wurden die Flügel um ein Stück gekürzt: Nach Jahren des Erfolgs büsste die Textil-Handelskette Adler im Jahr 2016 erstmals Umsatz ein. Von 566 Millionen Euro im Vorjahr ging es um 3,8 Prozent auf knapp 545 Millionen Euro zurück. Dies teilte das Unternehmen mit Sitz im unterfränkischen Haibach am Donnerstag (16.3.) mit. Unter dem Strich stand ein Konzernjahresüberschuss von 400.000 Euro - nach 7,9 Millionen Euro im Vorjahr.


Die Adler Modemärkte rechnen mit einem verhaltenen Geschäftsjahr 2017 - Foto: Adler

"Die Textilbranche befindet sich im Umbruch, der Markt ist herausfordernder denn je", erklärte Vorstandschef Lothar Schäfer. Auch dank Sparmaßnahmen sei Adler aber gut aufgestellt, diese Herausforderungen zu meistern. Zu dem Umsatzrückgang hätten auch die Wetterkapriolen des vergangenen Jahres beigetragen. Auf einen milden Winter und ein verregnetes Frühjahr sei ein Herbst mit teils sommerlichen Temperaturen gefolgt, hieß es im Geschäftsbericht - "da werden Sie Ihre Saisonware schlicht nicht los".

Selbstkritisch gesteht Schäfer aber auch eigene Fehler ein. So sei das Marketingbudget nicht optimal ausgesteuert worden. Hier habe man die Daten aber nunmehr analysiert und Anpassungen vorgenommen. Angesichts der Schwierigkeiten hatte Adler die Umsatzprognose für das vergangene Jahr bereits gesenkt und sich auch auf einen möglichen Verlust eingestellt. Das Unternehmen hatte die Schließung defizitärer Filialen und die Eröffnung neuer Standorte auf den Weg gebracht.

Auch 2017 erfordert - der Adler Prognose zufolge - einen eng geschnallten Gürtel. Für den im stationären Handel erzielten Umsatz rechnet der Voirstand mit einem weiteren, leichten Rückgang. Ein starker Anstieg wird demgegenüber für das Online-Geschäft erwartet. Personal- und Logistik-Kosten werden dieser Prognose nach weiter leicht ansteigen. Dennoch soll das Betriebsergebnis in der Bandbreite zwischen 27 und 30 Millionen Euro wachsen. Da bislang lediglich eine Shoperöffnung für 2017 geplant ist, werden die Adler-Chefs weiterhin jeden Euro an Kosten dreimal umdrehen müssen.   

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