Starke Kosmetik- und Getränkenachfrage stimmen Symrise optimistischer

Der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise blickt dank einer starken Nachfrage der Kosmetik- und der Lebensmittelindustrie optimistischer auf das Gesamtjahr. "Symrise hat den Schub des zweiten Quartals genutzt und das Geschäft in allen Segmenten kräftig ausgebaut", sagte Konzernchef Heinz-Jürgen Bertram laut Mitteilung. Die Anleger freute es.

Das Management rechnet 2018 mit einem Umsatzplus von mehr als 7 Prozent; und damit noch über dem oberen Ende des mittelfristig geltenden Zielkorridors. Bisher war ein Wachstum nur über dem des Marktes angepeilt worden, das auf 3 bis 4 Prozent geschätzt wird. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sollen 2018 rund 20 Prozent vom Umsatz hängen bleiben, wie das Unternehmen in Holzminden mitteilte.

Der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise blickt dank einer starken Nachfrage der Kosmetik- und der Lebensmittelindustrie optimistischer auf das Gesamtjahr. - Symrise

Im ersten Halbjahr stiegen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Die Belastungen durch den stärkeren Euro sowie Zu- und Verkäufe ausgeklammert, hätte das Wachstum sogar 9 Prozent betragen. Analyst Michael Schäfer von der Commerzbank sprach von einer abermals starken Umsatzentwicklung aus eigener Kraft im abgelaufenen zweiten Quartal. Symrise habe diese in die gemeinhin bereits erwartete deutlichere Erholung des operativen Gewinns ummünzen können.

So signalisiert der Ausblick für 2018 einen Umsatz von mindestens 3,2 Milliarden Euro und damit ein Ebitda von zumindest rund 640 Millionen Euro. Während der Umsatz damit höher ausfallen dürfte, als Analysten bisher im Durchschnitt auf dem Zettel hatten, liegt das implizierte Minimum beim Ebitda unter der durchschnittlichen Markterwartung.

Bei den Anlegern kam die Prognose dennoch gut an. Die Aktien näherten sich mit einem Plus von 2,54 Prozent auf 78,30 Euro ihrem Rekordhoch von 79,60 Euro aus dem Juli. Längst vergessen ist die Kursdelle aus dem März, als die Papiere infolge der Zahlen für 2017 noch in Richtung 60 Euro abgerutscht waren. Damals hatten hohe Rohstoffkosten, der starke Euro und der Ausfall eines Lieferanten auf die Profitabilität gedrückt und den Investoren die Stimmung verdorben.

Gewinnseitig hat Symrise zwar immer noch mit diesen Problemen zu kämpfen, profitierte aber auch davon, einen Teil der benötigten Rohstoffe selbst herstellen zu können. "Unsere umfassende Rückwärtsintegration erweist sich als großer Vorteil", sagte Unternehmenschef Bertram. Trotz der Verknappung einzelner Schlüsselrohstoffe für Duftkompositionen seien die Kunden zuverlässig beliefert worden.

Das operative Ergebnis (Ebitda) fiel wegen höherer Rohstoffkosten und des stärkeren Euro im Halbjahr um knapp 2 Prozent auf 317 Millionen Euro, lag damit aber etwas über der durchschnittlichen Erwartung von Analysten. Unter dem Strich verdiente Symrise mit 142 Millionen Euro einen Tick mehr als vor einem Jahr.

Die starke Nachfrage scheine vor allem auf nicht ganz so profitablen Aroma-Molekülen sowie Inhaltsstoffen für Kosmetika basiert zu haben, erklärte Analyst Thomas Swoboda von der französischen Bank Societe Generale mit Blick auf die träge Gewinnentwicklung. Auch die Geschäfte mit Getränke- und Eisherstellern schienen stark gewesen zu sein, wenngleich deren Profitabilität unter dem Konzerndurchschnitt liege. Überdies habe Symrise vermutlich nicht den kompletten Anstieg der Vanille-Preise an die Kunden weiterreichen können.

Aber auch die Investitionen in einen Ausbau der Produktion dürften laut Swoboda die Gewinnmargen belastet haben. Gerade das sollte aber das künftige Wachstum angesichts ausgelasteter Kapazitäten antreiben.

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