Stuttgarter protestieren gegen die Eröffnung einer Primark-Filiale

Die Eröffnung einer zweiten Primark-Filiale wurde am Dienstag, 5. Dezember, in Stuttgart von Protesten und einer ungewöhnlichen Aktion begleitet. Kunden des irischen Textil-Discounters sollten ihre neu gekaufte Kleidung in einen Container werfen, schlugen die Initiatoren der Aktion vor. Das Kaufhaus Mitte und das Café Mission Coffee, beide wenige Gehminuten vom neuen Primark entfernt, hatten vor ihrer Tür den Container aufgestellt und wollen die gesammelte Ware an Bedürftige weitergeben. Der Kaufbetrag aller Stücke soll zudem an eine wohltätige Organisation gespendet werden.

Primark Stuttgart

Direkt vor der neuen Filiale protestierten knapp zehn Menschen mehrerer Gruppierungen für bessere Arbeitsbedingungen bei der Textilproduktion. "Es müssen gesetzliche Mindestmaßstäbe in der Kleidungsproduktion gelten", sagte Kinga Rudersdorf-Gyökössy von der Kampagne für Saubere Kleidung. In der Lieferkette müssten zudem Menschenrechte eingehalten werden, forderte Werner Schiffer vom Weltladen im Stuttgarter Stadtteil Botnang.

"Wir haben die gleichen Ziele wie die Protestler und können sie nur auffordern, sich mit uns zusammen zu setzen", kommentierte ein Unternehmenssprecher. Primark bedauerte einen fehlenden Dialog zwischen Aktivisten und Unternehmen. Die Vorwürfe der Kinderarbeit und Wegwerfmode seien "nicht haltbar und falsch", hieß es.

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