Tchibo: Stühlerücken in der Geschäftsführung

Seit Ende 2016 wird der Hamburger Konzern Tchibo von dem früheren Lindt-Manager Thomas Linemayr geführt, der den Konzern wieder profitabler machen soll. Erste Investitionen flossen daher in die Marketing-Aktivitäten und in die operative Umsetzung der strategischen Neuausrichtung des Non Food-Geschäftes.

Blick auf die Konzernzentrale in Hamburg. - Tchibo
 
Tchibo ist zwar einerseits der führende Kaffeekonzern in Deutschland, andererseits aber auch einer der großen Händler für Bekleidung, Reisen, Mobilfunk und diverse andere Haushaltsartikel. Allerdings habe gerade dieser Non Food-Bereich im vergangenen Jahr unter Druck gestanden, hieß es Ende August bei der Bekanntgabe der Geschäftszahlen 2016 in einer Unternehmensmitteilung.
 
Demnach lag der Umsatz von Tchibo 2016 mit 3,31 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 3,36 Milliarden Euro. Zwar ist dies wirklich kein großes Minus, aber immerhin könnten die Zahlen mit der Grund dafür sein, dass es bei Tchibo jetzt einige Personalwechsel gibt.

So holt der Handels- und Kaffeekonzern Erwin Hinteregger in die Geschäftsführung und übergibt ihm die neu geschaffene Position des Chief Marketing Officer. Gleichzeitig meldet das Unternehmen, dass die Nachfolge von Finanzchef Yves Müller, der Ende Mai bekannt gegeben hatte, dass er zu Hugo Boss wechseln würde, geklärt sein solle, auch wenn hier noch kein Name genannt werde. Und auch Senay Tansu, Geschäftsführerin Non Food, soll ihre sieben Sachen gepackt haben und auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen ausscheiden.

"Tchibo verdankt Senay Tansu nicht nur eine erfolgreiche Expansion in die Türkei, sondern auch viele wichtige Impulse für das Non Food-Geschäft", sagte Thomas Linemayr. "Wir bedauern Ihre Entscheidung sehr und danken Frau Tansu für Ihre wichtigen Beiträge. Wir wünschen ihr für ihre berufliche und private Zukunft alles erdenklich Gute."

Tansu war seit 2004 für Tchibo tätig. Nachdem sie das Türkeigeschäft aufgebaut hatte, wechselte sie 2015 in die Gruppengeschäftsführung und übernahm damit die Verantwortung für das Non Food-Geschäft. Ein Nachfolger wurde bisher nicht benannt.

Eine Position, die Tchibo neu erschaffen hat und jetzt mit dem neuen Geschäftsführer Erwin Hinteregger besetzt hat, ist das Amt des Chief Marketing Officer.

Der 48-jährige Hinteregger startete seine Karriere im Marketing der Beiersdorf AG, bevor er in wachsenden Marketing- und Vertriebsverantwortungen bei Mars/Wrigley, beim Brillenhersteller Luxottica und zuletzt der kanadischen Aldo Gruppe, einem Unternehmen im Segment Modeschuhe, Handtaschen und Accessoires, seine Laufbahn fortsetzte.

Der studierte Betriebswirt ist, laut einer Mitteilung, Cross-Channel- und E-Commerce-Spezialist und soll als Chief Marketing Officer die Führung der Marke Tchibo über alle Produktsegmente und Vertriebe hinweg verantworten und so für eine kundenorientierte Weiterentwicklung der Marke sorgen.

"Seine Expertise in der Verknüpfung von stationären und Online-Vertrieben und seine weitreichende internationale Erfahrung werden dabei von großem Nutzen sein", sagte Tchibo CEO Thomas Linemayr.

Tchibo betreibt aktuell mehr als 1.000 Filialen, rund 22.300 Depots im Einzelhandel sowie nationale Online-Shops, in dem sie neben Kaffee und dem Einzelportionssystem Cafissimo die wöchentlich wechselnden Non Food-Sortimente und Dienstleistungen, wie Reisen oder Mobilfunk, anbieten. Tchibo erzielte 2016 mit international rund 12.000 Mitarbeitern 3,31 Milliarden Euro Umsatz.

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